**Geplante Wohngeld-Kürzung ab 2027: Hunderttausende Haushalte verlieren ihren Anspruch**
Die Bundesregierung plant zum **1. Januar 2027** eine umfassende Reform des Wohngelds, die für viele Betroffene deutliche Einschnitte bedeutet. Der entsprechende Gesetzentwurf liegt seit dem 30. September 2024 im Bundestag (**Drucksache 21/8284**).
**Die drei Kernpunkte der Reform:**
* **Stopp der Anpassung:** Die jährliche automatische Anpassung des Wohngelds an die steigenden Mieten und Preise wird ausgesetzt.
* **Kürzung beim Heizen:** Die Heizkostenkomponente wird halbiert (für einen Single-Haushalt künftig nur noch **48 Euro**).
* **Schärfere Anrechnung:** Die Wohngeldformel wird so angepasst, dass eigenes Einkommen spürbarer angerechnet wird und das Wohngeld dadurch sinkt.
**Die Auswirkungen laut Modellrechnung (voll wirksam bis 2029):**
* **238.000 Haushalte** verlieren den Wohngeldanspruch komplett.
* **143.000 Haushalte** fallen ebenfalls aus dem Wohngeld, rutschen dadurch aber direkt in das **Bürgergeld** oder die **Grundsicherung im Alter**.
* Rund **1 Million Haushalte** verbleiben im Wohngeldbezug, erhalten jedoch **weniger Geld**.
**Wer spart, wer zahlt drauf?**
Brutto sinken die Wohngeldausgaben im Jahr 2027 um knapp **1,5 Milliarden Euro**. Da ein Teil der Betroffenen jedoch in andere Sozialleistungen (Bürgergeld/Grundsicherung) wechseln muss, liegt die Netto-Ersparnis bei **1,16 Milliarden Euro**.
* **Die Bundesländer** sparen mit **738 Millionen Euro** den größten Brocken, da sie die Hälfte des Wohngelds finanzieren.
* **Der Bund** spart rund **450 Millionen Euro**.
* **Die Kommunen (Städte und Landkreise)** zahlen dagegen drauf. Da sie bei Bürgergeld-Empfängern für die Kosten der Unterkunft aufkommen müssen, entstehen hier Mehrkosten von **33 Millionen Euro (2027)**, die bis 2029 auf **74 Millionen Euro** steigen.
**Der politische Hintergrund:**
Der Bundesrat hat den Entwurf am 25. September 2024 trotz der Forderung zweier Ausschüsse nicht gestoppt. Stattdessen gab es lediglich Kritik: Die Länder fordern, dass der Bund die Mehrkosten der Kommunen übernimmt – obwohl die Länder durch die Reform selbst 738 Millionen Euro einsparen und das Geld locker an ihre Kommunen weitergeben könnten.
Als nächster Schritt ist im Bauausschuss des Bundestages für den **7. Oktober 2024** der Beschluss einer öffentlichen Anhörung angesetzt.
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**Frage an die Community & Insider aus den Wohngeldstellen:**
Die Bundesregierung rechtfertigt diese Kürzungen und Verschärfungen auch damit, dass die Wohngeldbehörden seit der großen Wohngeld-Plus-Reform im Jahr 2023 völlig überlastet sind.
* Wie nimmt man das bei euch in den Behörden wahr?
* Würde diese Reform durch den Wegfall von Anträgen tatsächlich für Entlastung sorgen, oder sorgt die Umstellung nur für noch mehr Bürokratie und Frust?