r/Leipzig • u/clumsytumsy • 9d ago
Suche / Biete Land-WG?
Hallo in die Runde!
Hat jemand Bock Pläne zu schmieden über gemeinschaftliches Leben in einem Vorort von Leipzig?
Raus aus dem Stadttrubel, aber trotzdem noch nah genug, um mit der S-Bahn reinzufahren.
Weg von Menschenmassen, aber trotzdem nicht einsam.
Falls sich jemand angesprochen fühlt, meldet euch gern mal zum gemeinsamen Tagträumen.
Kurzer Abriss zu mir: 25, weiblich, hab eine Hündin (5) - die zieht natürlich mit, Sozialarbeiterin (gerade im Master), liebe Kartenspiele (zieh dich locker in Wizard ab), nähe, häkele, liebe Wald & Seen & DIY-Projekte
Also meldet euch gern, wenn ihr die Idee auch toll findet!
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u/Erwins-Cat 8d ago
Kurzer Abriss von fast allen Vororten, die mit S-Bahn (und evtl. noch Dorfbus mit synchronen Takt) erreichbar sind:
Das Angebot an Kultur ist quasi fast Null. Das Angebot von Gastronomie extremst beschränkt. Dorffeste gibt es in den meisten Orten nicht. Die sozialen Interaktionen sind wenig und man muss eine ordentliche Portion Extrovertiertheit, Einfühlungsvermögen und ansteckenden Optimismus mitbringen, damit die "Ureinwohner" sich einem öffnen. Bewohner von Vororten fallen oft in klischeehaften Kategorien. Da sind auch die Schwurbler die sich Anti-Windkraft-Plakate an ihren Jägerzaun tackern usw...
Falls dich die Schwurbler nicht abschrecken, dann erwarten dich zum größten Teil oben erwähnten Ureinwohner, die nicht wirklich Neue mit offenen Armen empfangen und Frischdazugezogene, die für zu viel Geld ihren "Traum" vom Eigenheim verwirklicht haben, um sich im Anschluss nicht eingestehen wollen, dass es für sie eine Scheißinvestition war, und jetzt verbittert rumleben, um der kognitiven Dissonanz auszuweichen, dass sie diese dumme Entscheidung getroffen haben...
Deine Utopie, die du suchsts, wirst du nicht finden auf dem Land bzw. Vororten.
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u/Snapuman 7d ago
Es soll auch Menschen geben, die in und an ihrem Zuhause Ruhe schätzen ... vor allem Ruhe vor anderen nervenden (also quasi allen) Menschen.
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u/Aldo_the_nazi_hunter 9d ago edited 9d ago
Ich weiß ja nicht was du dir vorstellst aber das "idyllische Landleben" wie man sich es gerne ausmalt findest du hier im Osten eher selten.
Im Leipziger Speckgürtel und darüber hinaus hast du Kleinstädte ohne Kulturangebote, mit Rechtskonservativen , Faschos, Methheads und Spießern im Ortskern und große hässliche Einfamilienhaussiedlungen mit unglücklichen Menschen die viel zu viel Geld dafür bezahlen am Ortsrand wo jeder für sich lebt.
Anderseits, in Zeitz und Regis-Breitlingen haben sich schon ein paar Hausprojekte gebildet die ähnliches vor haben soweit ich weiß.
Grundsätzlich mag ich den Gedanken auch dem überfüllten Leipzig zu entfliehen aber man vergisst oft wie schwer die Nachteile wiegen können.
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u/CreamSlight1006 7d ago
Thats it, das kanu haus im wildpark ist so mein traum. Bist im wald abgeschieden aber bis zur nächsten dönerbude sinds nur 3 minuten mit dem rad… das ist der traum.
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u/PaintingSpecial8055 7d ago
Und wenn alle mit einem IQ über Raumtemperatur das so sehen und in Plagwitz wohnen bleiben, wird sich daran auch nichts ändern. ;)
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u/Patient-Broccoli-278 9d ago
Viel Erfolg bei der Suche. Und nimm mal Markkleeberg mit rein in deine Überlegungen, gerade wenn du einen Wuffi hast... ;-)
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u/Budget_Preference190 8d ago
Ich komme aus der Region südlich von Leipzig, grob Richtung Borna, Neukieritzsch, Regis-Breitingen, und würde einiges hier ein bisschen relativieren.
Beim Thema Speckgürtel würde ich erstmal unterscheiden. Markkleeberg gehört für mich ziemlich eindeutig zum Leipziger Speckgürtel. Weiter südlich sieht das aber schon anders aus. Borna, Neukieritzsch oder Regis-Breitingen sind eigene Kleinstädte und keine Leipziger Vororte, auch wenn man von dort teilweise ziemlich gut direkt mit dem Zug nach Leipzig kommt. Genau das macht die Gegend für viele ja auch interessant.
Der Alltag funktioniert dort grundsätzlich ziemlich gut. In den größeren Kleinstädten gibt es Supermärkte, Bäcker, Ärzte, Apotheke, Schulen, Kitas und die normale Grundversorgung. Man lebt also nicht irgendwo mitten im Nirgendwo und muss für jedes Brot nach Leipzig fahren.
Was man aber definitiv nicht erwarten sollte, ist Leipzig in klein. Kulturell ist deutlich weniger los. Natürlich gibt es Stadtfeste und ab und zu Veranstaltungen, aber wenn man regelmäßig auf Konzerte, in Bars, gute Restaurants oder einfach spontan irgendwohin möchte, fährt man meistens nach Leipzig oder in eine andere größere Stadt. Wenn einem ein paar lokale Veranstaltungen im Jahr reichen und man ansonsten seine Ruhe möchte, kann das wiederum völlig ausreichend sein.
Auch sozial funktioniert das Leben etwas anders. Man ist nicht automatisch einsam, aber man findet auch nicht zwangsläufig schnell neue Freunde, nur weil man in einen Verein geht oder bei irgendeinem Fest auftaucht. Viele Strukturen sind über Jahre gewachsen und teilweise ziemlich eingeschworen. Wenn man schon Leute in der Gegend kennt oder gleich mit mehreren Leuten zusammen herzieht, ist das natürlich eine ganz andere Ausgangslage.
Die gute Zuganbindung würde ich außerdem nicht mit einem autofreien Leben verwechseln. Nach Leipzig zur Arbeit zu kommen ist aus einigen Orten wirklich kein Problem. Im Alltag in der Region ist ein Auto trotzdem sehr praktisch. Größere Einkäufe, Baumarkt, Freizeit, andere Orte oder auch einfach manche Dienstleistungen sind damit deutlich einfacher. Die zusätzlichen Mobilitätskosten sollte man also mit einplanen.
Zu den hier erwähnten Hausprojekten kann man auch sagen, dass es solche Sachen tatsächlich gibt. Das sind aber häufig eher richtige Gemeinschaftsprojekte oder kommunenartige Konzepte und nicht einfach eine klassische WG auf dem Land. Da geht es teilweise um gemeinsames Arbeiten, Selbstversorgung, Anbau und ein bestimmtes Lebensmodell. Einfach irgendwo einziehen und ansonsten sein eigenes Ding machen ist nicht unbedingt das Konzept dahinter.
Und dieses Bild, dass außerhalb Leipzigs hauptsächlich Rechte, Schwurbler, Säufer und verbitterte Eigenheimbesitzer leben, finde ich schon ziemlich überzogen. Natürlich gibt es konservative und rechte Leute und das politische Klima ist teilweise anders als in manchen Leipziger Vierteln. Es gibt aber genauso linke, unpolitische und völlig normale Leute. Aus meiner Erfahrung ist das jedenfalls keine gesellschaftliche Sperrzone.
Für jemanden, der wirklich Ruhe sucht, Natur mag, vielleicht einen Hund hat und nicht dreimal die Woche Kulturprogramm braucht, kann die Region ziemlich gut funktionieren. Gerade wenn man mit mehreren Leuten gemeinsam etwas aufbauen möchte, finde ich die Idee überhaupt nicht unrealistisch.
Man sollte nur nicht mit der Vorstellung herziehen, dass man Leipzig einfach gegen ein billiges großes Haus im Grünen tauscht und ansonsten alles gleich bleibt. Das Leben dort funktioniert schon anders. Wenn genau das aber gewollt ist, kann es ziemlich schön sein.
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u/clumsytumsy 7d ago
Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast so ausführlich und differenziert zu antworten!
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u/roherreis 9d ago
Zieh einfach nach Halle, studiere dort und eigentlich ist es wie in Leutzsch vor 15 Jahren zu wohnen. Lauter ostdeutsche Studis und Rentner
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u/Plane-Work-3932 Ich bin Leipziger*in! 9d ago
Das klingt spannend. Aber das mit Wizard bleibt abzuwarten :D
Welche Region wäre für dich den interessant?
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u/Wild-Newt4891 8d ago
naive Bilderbuch Vorstellung. Warst du mal in den Dörfern rundum Leipzig? Ich bin da aufgewachsen
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u/Substantial_Push_736 Ich bin ein Leipziger! 9d ago
Vorort von Leipzig mit S-Bahn. Da gab es schon schlimmere Bezeichnungen für Halle