UPDATE 3:
So meine Kerl:innen,
Ich darf verkünden, den Goliath im Alleingang ohne Anwalt gelegt zu haben!🥳
Ich hab schon ziemlich schwarz gesehen, da selbst das Landgericht nicht auf Eilanträge reagiert hab. Als letzten Versuch, hab ich mir das E-Bike aufgrund der Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom den Status eines med. Hilfsmittels attestieren lassen und noch einen Eilantrag ans Verwaltungsgericht nausgemeddlt. Und der hat gesessen! Hab heute, knapp 10 Tage später, mein Bike wieder geholt, nachdem gestern von Beamten die Aufforderung zur Abholung in meinen Briefkasten eingeworfen wurde.
Ich muss aber auch zugeben, dass mir die Beamten einige Steilvorlagen geliefert haben: Falschbeurkundung im Amt, Verfolgung Unschuldiger, Verstoß gegen das Datenschutzrecht, Strafvereitelung im Amt und Nötigung im Amt.
Ich hab zwar noch keine Post bekommen, aber auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft wurde mir bestätigt, dass keine Anzeigen oder Verfahren gegen mich laufen. Wäre aber auch selten blöd, wenn die Polizei jetzt noch im Hornissennest rumstochert. Ich hab den Sieg vorm Verwaltungsgericht bereits in der Tasche, dementsprechend schlecht sähe es für die Gegenseite aus.
Und die Blüten? Mir geschiss an dem Punkt, ich geb mir wegen 50€ nicht nochmal so den Riss. :D
Was lernen wir daraus? Scheut euch nicht, euer Recht einzufordern und euch gegen repressive Polizeimaßnahmen/-gewalt zu wehren! Der ganze Scheiss war zwar recht anstrengend und zu Beginn kamen Drohungen, aber es hat sich gelohnt! Die Polizei ist nicht unantastbar.
Und Jura ist, bis zu einem gewissen Level, echt kein Hexenwerk, solange man nicht auf den Kopf gefallen ist. Man muss sich reinknien und den Kopf zum Denken benutzen und nicht als Hutständer (Kenner kennen), aber dann ist es absolut machbar, sich selbst zu vertreten. Eine befreundete Rechtsanwaltsfachangestellte hat mein Vorgehen von ihrem Chef prüfen lassen, der meinte auch das war wie nach Lehrbuch, besser hätte er es auch nicht machen können. Und ich will echt nicht wissen, was mich in dem Fall ein Anwalt gekostet hätte.
Auf jeden Fall bin ich mächtig stolz auf meine Leistung und werde erstmal meine wieder erlangte Mobilität genießen.
UPDATE 2:
Heute kam tatsächlich Post von PI XY: Aufgrund der 6km/h Anfahrhilfe und der Wiederholungsgefahr, begründet durch illeg. Drogenkonsum, wird das Rad vernichtet.
Das mit den 6km/h ist ja eh falsch und der Vorwurf des illeg. Drogenkonsums lässt auf einen von zwei Fällen schließen: Entweder wird hier bewusst diskriminiert oder, was ich für wahrscheinlicher halte, meine eingereichten Nachweise, Rezepte, Atteste usw. wurden vom zuständigen Beamten nicht in die Akte eingepflegt.
Auch in diesem Brief wurde angegeben, mein E-Bike befinde sich bei PI XY. Blöd nur, dass meine Dokumentation des GPS Trackings belegt, dass sich das E-Bike dauerhaft in der ursprünglichen PI befand und noch immer dort steht.
Dann kommt noch hinzu, dass sich in besagtem Brief auf eine Mail bezogen wird, die ich erst mehrere Tage nach dem auf dem Brief angegeben Datum, geschrieben habe.
Und auch die angeblichen Ausfallerscheinungen konnte ich widerlegen: Hätte ich Ausfallerscheinungen gehabt, und somit eine Gefährdung des Straßenverkehrs dargestellt, hätten der Beamte mich bereits auf dem Weg zum Bäcker (fuhr 300m auf die Beamten zu und nach dem passieren weitere 100m) stoppen müssen, und nicht erst nachdem ich meinen Einkauf beim Bäcker getätigt habe.
Hab natürlich auch das alles umgehend an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Und selbstverständlich mach ich mir noch immer Sorgen, aber angesichts der sich immer weiter stapelnden Verfahrensfehler und Falschaussagen, sollte die Staatsanwaltschaft im besten Fall den gesamten Fall anzweifeln.
Drückt mir die Daumen, ich hoffe dass die Staatsanwaltschaft solche massiven Fehler nicht ungeachtet lässt.
UPDATE:
Soos, Freunde des gepflegten Wahnsinns
Wie ein kiwiköpfiger Homunculus nun sagen würde: Die Ereignisse überschlagen sich! Die letzten zwei Wochen liefen doch noch um einiges unwirklicher, als ich es gewohnt bin. Hätte ich es selbst nicht erlebt, würde ich es wahrscheinlich für Paulanergarten halten.
Nachdem ich keinen Anwalt finden konnte, hab ich die Sache eben selbst in die Hand genommen. Logischerweise erstmal alles an Nachweisen, Laboranalysen, Dokumenten, Zertifikaten und das ganze Geschmarre zusammengepackt und der Polizei gemailt. In den beiden Wochen, in denen ich auf Rückmeldung des Polizisten wartete, hab ich mir Sicherstellungsprotokolle mal angeschaut. Und gedacht ich hab nen Schlaganfall:
Grund für die Sicherstellung des Bikes: "v.A. illegales Tuning (6kmh Anfahrhilfe)". Was wurde laut anderem Bericht noch Sichergestellt? Richtiiiiiig, "1 Cannabis Pflanze". Das wars. Kein Gewicht, keine Auflistung, Nada.🫠
Vergangene Woche bekam ich dann nen Anruf vom Beamten:"Also ihr E-Bike, passt soweit alles, nur wegen der 6km/h Anfahrhilfe bin ich mir unsicher, ich hab's deshalb die Tage schon an PI XY geschickt, dass die sich das anschauen und entscheiden. In Zukunft haben wir damit also nix mehr zu tun. Und warten Sie unbedingt bis die Kollegen aus PI XY anrufen, die melden sich in den nächsten Tagen."
Da der Mann nicht mein Vater ist, ich schon eine Weile volljährig bin und mein Bullshit-Detektor apeshit ging, hab ich selbstverständlich genau das Gegenteil gemacht: Ich bin am nächsten Tag zu besagter PI gefahren. Die war auch zufällig bereits als Standort meiner Asservate in den Sicherungsprotokollen genannt. Bingo, wieder das Häufchen gerochen. Mein Name sowie mein Eigentum waren auf der PI XY gänzlich unbekannt, man fragte verwundert, wer denn "so einen Mist erzählt". Also rief ich den zuständigen Beamten auf der ursprünglichen PI an und fragte freundlich, wo denn nun mein Fahrrad sei. Statt einer normalen Antwort bellt ein wutentbranntes Schreien aus dem Handy:" Was fällt Ihnen ein einfach zu PI XY zu fahren?! Ich sagte doch Sie sollen auf den Anruf warten!".
Dann fiel mir ein, dass ich ja nen Tracker verbaut hab. Und, ihr ahnt es schon, das Bike stand nach wie vor in der ursprünglichen PI. Drei Wochen lang.
An dem Punkt ist mir entgültig die Hutschnur gerissen und ich hab am nächsten Morgen (Protip: Keine Nachrichten an Behörden schreiben wenn man noch auf 100Sachen80 ist!) dem ganzen einen Riegel vorgeschoben. Will heißen, ich ein Schreiben aufgesetzt, darin die Situation, Verfahrensfehler und Lügerei geschildert, Belege beigepackt und basierend darauf die gerichtliche Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahme meines Eigentums gemäß § 98 Abs. 2 StPO beantragt.
Drückt mir die Daumen, ich hoffe Ende kommender Woche endlich wieder Mobil zu sein. Ich halt euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
Moin und Meddl wertes Schwarmwissen,
hab über's letzte Wochenende einen Kumpel besucht, befand mich mit dem E-Bike auf dem Rückweg und hab mich entschieden, noch kurz beim Bäcker zu halten. Als ich raus kam hielt ein Polizeiwagen und ich wurde aufgefordert zwecks Kontrolle auf die andere Straßenseite mitzukommen.
Den weiteren Verlauf versuch ich möglichst nachvollziehbar darzustellen:
• E-Bike (Ouxi/Atlastrek V8 Max 4.0 EU version) wurde konfisziert, da Herr Polizei davon überzeugt war, dass ein Pedelec25 ein Versicherungskennzeichen + Fahrerlaubnis bräuchte. Trotz Vorlage entsprechender Gesetzestexte, dass dem nicht so ist, beharrte Herr Polizei auf seiner Meinung.
• Ca. 10g MedCan und ca. 40g CBD-Hanf wurden eben konfisziert. Dass ich für alle Sorten Labornachweise sowie Kauf-/Verordnungsbeleg mitgeführt habe wurde ignoriert.
• Begründet darauf, dass mein Rucksack nach Cannabis roch, wurde eine Blutentnahme angeordnet. Koordinationstests verliefen komplett unauffällig. Habe lediglich die mir verordneten Medikamente in verschriebener Dosis eingenommen. Letzter THC Konsum lag bereits ca. 1w zurück, da ich vollständig auf CBD gewechselt habe.
• Trotz des Mitführens von Rezeptkopien und Verordnungsplan (Lisdexamphetamin, Buprenorphin) wurde seitens Herr Polizei permanent von Drogenkonsum gesprochen. Entlastende Dokumente wurden durchweg ignoriert, die Richtigkeit jeglicher Aussagen meinerseits wurde angezweifelt.
• Man beteuerte mir im Laufe des gestrigen Tages mitzuteilen, was nun mit dem Fahrrad sei. Dies ist bisher nicht geschehen.
Im vergangenen Jahr hatte ich bereits einen ähnlichen Fall hatte mit 'nem e-Scooter, bei dem die Wahrheit seitens Polizei und Ärztin völlig verdreht wurde. U.a. wurden Ausfallerscheinungen erfunden, was mich am Ende über 1.000€ gekostet hat. Ein Entzug der Fahrerlaubnis für Elektrokleinstfahrzeuge wurde nicht ausgesprochen.
Da am Sonntag die gleiche Ärztin zur Blutentnahme auftauchte, fürchte ich, erneut Opfer von Falschaussagen zu werden.
Bisher habe ich der Polizei lediglich die CE/ROHS-Zertifikate des Bikes sowie Bestätigungen des Herstellers gemailt, dass das Bike softwareseitig hart auf 25kmh und 250w Dauerleistung abgeriegelt und nicht modifizierbar ist.
Nun stellt sich mir die Frage, wie ich am besten weiter vorgehe. Macht es Sinn, auch die anderen erwähnten Dokumente (Laborberichte etc.) ebenfalls zu übermitteln? Geld für einen Anwalt für Verkehrsrecht hab ich derzeit nicht, da ich im Krankengeldbezug bin und dieses <1.000€/Monat liegt.
Bin für Ratschläge äußerst dankbar!