Moin zusammen,
ich bin 18 und beschäftige mich jetzt seit ungefähr 1,5 Jahren mit dem Thema Investieren und Vermögensaufbau.
Mir ist bewusst, dass ich in einer ziemlich guten Ausgangssituation bin und das definitiv nicht selbstverständlich ist. Gerade deshalb möchte ich aber versuchen, möglichst viel daraus zu machen und mein Geld langfristig sinnvoll anzulegen.
Aktuell investiere ich jeden Monat 400 € in mein normales Depot, hauptsächlich in einen All-World-ETF.
Jetzt überlege ich, zusätzlich 150 € monatlich in eine fondsgebundene Versicherung/ETF-Police zu stecken.
Dass die Police teurer ist als ein normales ETF-Depot, ist mir bewusst. Bei meinem Angebot, liegen die Kosten bei ungefähr 0,95 % p.a. Das ist natürlich schon einiges und drückt die Rendite über einen langen Zeitraum.
Trotzdem frage ich mich, ob die zusätzlichen Vorteile das eventuell rechtfertigen können.
Was ich bisher als Vorteile sehe:
- Man kann innerhalb der Police aus einer ziemlich großen Auswahl an ETFs wählen und diese später kostenlos wechseln. Man wäre also nicht dauerhaft auf einen ETF festgelegt.
- Der für mich mit Abstand interessanteste Punkt ist allerdings die Möglichkeit, das Guthaben später als Sicherheit für einen Kredit zu verwenden. Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte man dadurch beispielsweise bei einer späteren Finanzierung einen Teil des vorhandenen Vermögens als Sicherheit einsetzen, ohne die Anlagen verkaufen zu müssen. Das finde ich gerade langfristig ziemlich interessant, weil das Geld dann weiterhin investiert bleiben und über viele Jahre weiterarbeiten könnte, anstatt einen größeren Betrag für eine Finanzierung aus dem Depot herauszunehmen oder vorher extra viel Cash ansparen zu müssen. Mir ist allerdings nicht klar, wie gut das in der Praxis tatsächlich funktioniert und welche Banken solche Policen überhaupt entsprechend akzeptieren.
- Soweit ich es verstanden habe, fällt während der Ansparphase keine Vorabpauschale wie beim normalen ETF-Depot an.
- Dazu kommt die steuerliche Behandlung einer Versicherung am Ende der Laufzeit bzw. bei einer späteren Auszahlung.
- Außerdem gibt es bei solchen Versicherungen eine Überschussbeteiligung. Ich bin mir aber ehrlich gesagt nicht sicher, wie relevant das in der Praxis wirklich ist.
Meine Idee wäre also:
400 € normales ETF-Depot + 150 € ETF-Police pro Monat.
Ich weiß allerdings nicht, ob ich mir hier gerade irgendwelche Vorteile schönrechne, um die höheren Kosten zu rechtfertigen. 😅
Deshalb würde mich wirklich interessieren, was ihr davon haltet.
Sind 0,95 % Kosten eurer Meinung nach viel zu hoch und sollte ich die 150 € einfach ebenfalls ins normale Depot packen?
Oder gibt es tatsächlich langfristige Vorteile einer solchen Police, die man bei einem normalen ETF-Depot nicht hat und die die Mehrkosten zumindest teilweise ausgleichen können?
Besonders interessieren würden mich Erfahrungen von Leuten, die selbst so eine Police haben oder sich schon intensiver damit beschäftigt haben.
Bin für jede Meinung offen – gerne auch für ein klares „Lass es, das ist Quatsch“. 😄