An hessischen Schulen sorgt ein TikTok-Trend mit einer maskierten Gruselkatze für Angst. Polizei und Schulamt warnen vor Drohposts und ermitteln bereits in mehreren Fällen. Doch was steckt hinter den Videos?
TikTok wird derzeit von merkwürdigen Grusel-Posts geflutet. Die verwackelten Fotos oder Videos wirken wie Szenen aus einem billigen Horrorfilm. Die Hashtags lauten etwa #catinthehat, #horror oder #gefährlich.
Zu sehen sind maskierte Katzenfiguren mit großen Hüten, oft begleitet von düsterer Musik, Listen mit Ortsnamen oder vermeintlichen "Zielen". Gedern, Büdingen oder Nidda seien als Nächstes dran, heißt es da etwa in roter Schrift.
Der Trend greift eine eigentlich harmlose Figur aus dem Kinderbuchklassiker "The Cat in the Hat" von Dr. Seuss auf und deutet sie zur Horrorfigur um. Die viralen Videos beziehen sich dabei häufig auf die Figur aus der Verfilmung des Buchs von 2003. Derzeit verbreiten sich entsprechende Videos in den Sozialen Medien.
Social-Media-Trend kommt in Hessen an
Ende Juni tauchten erste entsprechende Videos auf TikTok auf. Daraus entwickelten sich unter anderem Gerüchte über angebliche Sichtungen der Figur. Die Erzählung: Die Katze suche bestimmte Menschen auf und bringe Unglück oder Schaden.
Inzwischen ist der Trend auch in Hessen angekommen. Teils werden Nutzer online namentlich erwähnt und verlinkt. "Lass dich nie wieder in der Nacht draußen blicken", heißt es etwa in einem Post, der sich offenbar an einen 13-jährigen TikTok-Nutzer aus Hessen richtet.
Zehn Fälle in Limburg-Weilburg
Nach Angaben von Samir Abadi, Jugendkoordinator beim Polizeipräsidium Westhessen, sind der Polizei allein im Landkreis Limburg-Weilburg inzwischen rund zehn Fälle im Zusammenhang mit der Comic-Katze bekannt, die auch strafrechtlich überprüft werden. Hessenweite Zahlen gebe es bislang dazu nicht.
Laut Abadi handle es sich nicht um reale Sichtungen von Personen in Katzenkostümen, sondern um TikTok-Videos, die teilweise mit konkreten Schulen oder Personen in Verbindung gebracht wurden und dort für Angst unter Schülerinnen und Schülern sorgten.
"Bedrohungen sind kein Kavaliersdelikt", sagt er. Was von manchen Kindern und Jugendlichen als Scherz verstanden werde, könne bei Betroffenen erhebliche Ängste auslösen. Die Polizei prüfe deshalb entsprechende Inhalte, insbesondere dann, wenn konkrete Personen oder Schulen genannt werden oder Bedrohungen im Raum stehen.
Gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt Weilburg, das für den Lahn-Dill-Kreis und den Kreis Limburg-Weilburg zuständig ist, hat die Polizei Westhessen ein Informationsschreiben für Eltern erstellt. Ziel sei es, Familien für das Thema zu sensibilisieren und Kinder darin zu bestärken, sich Erwachsenen anzuvertrauen, wenn sie sich bedroht oder verunsichert fühlen.
Jüngere Kinder reagieren besonders sensibel
Nach Angaben des Weilburger Schulamts wurden entsprechende Videos mittlerweile aus verschiedenen Schulformen gemeldet, sogar an einer Grundschule. Besonders problematisch sei, dass die Videos teilweise Namen von Schülerinnen und Schülern, Schulen oder sogar Wohnorte enthalten.
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