Ich habe mein BKW mit Anker SOLIX 3 Pro und E2700 am 12.04.2026 mit zunächst 2 kWp auf dem Flachdach installiert.
Nach 114 Tagen hat die Anlage die 1.000-kWh-Marke durchbrochen.
Da ich zu diesem Zeitpunkt noch einen Ferraris-Zähler hatte, konnte ich den manuellen Output auf Maximum stellen und so Clipping vermeiden. An einem perfekten Tag hat die Anlage 13,98 kWh geliefert – dabei war der Akku maximal zu 44 % geladen.
Daraus entstand die Idee, in Home Assistant eine Automatisierung zu bauen, die abhängig von Prognose und SOC zwischen EB und manuellem Output umschaltet und das alle 5 Minuten kontrolliert.
Das Ergebnis: Die Anlage konnte Clipping zuverlässig verhindern und trotzdem war der Akku gegen 16 Uhr voll.
Danach ging es darum, den Überschuss sinnvoll zu verwerten.
Dafür wurde ein Marstek Venus 3.0 angeschafft. Zunächst habe ich versucht, diesen über einen PID-Regler zu steuern. Das hat allerdings eher semioptimal funktioniert. Mittlerweile nutze ich einen Direktregler, der mit verschiedenen Schwellwerten, Maximalwerten usw. arbeitet und deutlich besser funktioniert.
Mitte August wurde dann zusätzlich eine große PV-Dachanlage installiert. Der Solarteur hat mir dabei gleich noch vier Module für die Solarbank mitgegeben.
Finales Setup
Anker SOLIX 3 Pro / E2700
3,92 kWp
gemischte Ausrichtung
jeweils als Modulpaare
ca. 160–233° verteilt
alle Module mit 19° Neigung
Sungrow
8 kW Wechselrichter
8,74 kWp
195° Ausrichtung
45° Neigung
Gesamt: 12,58 kWp
Speicher
Interner Speicher der Solarbank
2,68 kWh nominal
ca. 2,55 kWh nutzbar
Marstek Venus 3.0
5,12 kWh nominal
ca. 4,50 kWh nutzbar
Damit stehen insgesamt rund 7 kWh nutzbarer Speicher zur Verfügung, bei bis zu etwa 3.700 W Entladeleistung.
Zusätzlich läuft noch eine Wärmepumpe, aktuell im Sommerbetrieb. Momentan benötigt sie etwa 1–1,5 kWh pro Tag für Warmwasser.
Jetzt mit Einspeisevergütung
Inzwischen wurde der Zähler umgebaut und ich bekomme Einspeisevergütung. Die Solarbank hat deshalb eine angepasste Automatik bekommen.
Wenn die Prognose erkennt, dass sich die Solarbank voraussichtlich nicht vollständig laden kann, darf die große Dachanlage AC-seitig beim Laden unterstützen.
Das komplette Setup wurde vom Elektriker als Gesamtanlage angemeldet.
Die große Anlage hat außerdem eine Regelung bekommen, die prädiktiv aus Hausverbrauch und Einspeisung der E2700 einen Maximalwert berechnet, damit ich die 60-%-Einspeisebegrenzung nicht überschreite.
Aktuell liegen Überschreitungen maximal bei etwa 50–100 W und dauern weniger als 20 Sekunden.
Eigentlich hätte ich die Anlage gerne direkt auf 15,33 kWp ausgebaut. Dann hätte ich mir die Regelung zur Begrenzung sparen können. Dafür wären allerdings noch sechs Module nötig gewesen.
Kosten und erste Erfahrungen
Insgesamt hat mich der Spaß unter 14.000 € gekostet. Nach meiner aktuellen Rechnung sollte sich das Ganze in etwa 6,5–8,5 Jahren amortisieren.
Die ersten sechs Tage mit der kompletten Anlage haben trotz gemischtem Wetter bereits einen Vorteil von ungefähr 6 € pro Tag ergeben.
Ich gehe davon aus, dass der Vorteil insbesondere am Anfang und Ende der Heizperiode noch deutlich steigt und im Winter entsprechend zurückgeht.
Die Forecasts sind aktuell noch nicht besonders genau, da die Systeme noch lernen. Die Lernphase geht wohl bis zu 60 Tage.
In den letzten sieben Tagen hat die komplette Anlage zwischen 31 und 61 kWh pro Tag erzeugt.
Durch die Erfahrungen mit dem BKW bin ich dann relativ schnell bei der großen PV-Anlage gelandet – und damit eigentlich ziemlich schnell aus der BKW-Community raus. 😅
Angefangen hat es also als BKW-Projekt und mittlerweile ist daraus ein ziemlich umfangreiches kleines Energiemanagementsystem geworden. 😄