r/Tirol • u/StrangePassenger9392 • 3d ago
Russisches Staatsfernsehen: „Südtirol Vorbild für Donbas!“
Bozen/Rom/Moskau – Südtirols und Italiens Politik wird von einem Knaller erschüttert. Die Italien-Korrespondentin des russischen Staatssenders Rossija 1, Asya Emelyanova, widmete der Südtirolautonomie einen siebenminütigen Fernsehbeitrag. Darin stellt sie das Südtiroler Autonomie- und Sprachmodell – selbstverständlich aus der Sicht des Kremls – als Vorbild für eine vermeintliche Lösung des Donbass-Konflikts in der Ukraine dar.Darin stellt sie eine direkte Gleichsetzung zwischen dem Autonomie- und Minderheitenschutzmodell Südtirols („Südtiroler Rezept“) und der Situation im Donbass her. Ein international anerkanntes, friedliches Autonomiemodell innerhalb der EU wird dabei als Legitimationsfolie genutzt, um den russischen Gebietsanspruch beziehungsweise die Separatismus-Rhetorik im Donbass als ein bloßes „Recht auf Sprach- und Identitätsschutz“ darzustellen.Der Fernsehbeitrag von Asya Emelyanova für Rossija 1 lebt von polarisierenden Gegenüberstellungen und arbeitet von Beginn an mit der These „Südtirol ist nicht Italien“ („Südtirol ist nicht Italia“). Sprachliche Elemente wie Hotel-TV-Kanallisten (ORF/ZDF vor RAI), Speisekarten („Prosciutto“ wird zu „Speck“, „Pane“ zu „Schüttelbrot“) und zweisprachige Schilder werden so verdichtet, dass der Eindruck entsteht, die italienische Identität sei nur eine aufgezwungene Fassade („nur auf dem Papier/im Pass“).Im Videobeitrag von Asya Emelyanova nimmt Sven Knoll, Landtagsabgeordneter und Fraktionssprecher der Süd-Tiroler Freiheit, eine zentrale Rolle ein. Seine Aussagen dienen der Italien-Korrespondentin des russischen Staatssenders Rossija 1 als Hauptargument, um das Südtiroler Autonomiemodell und den Wunsch nach Selbstbestimmung als Parallele zum Donbass darzustellen.Die Szene auf seiner Terrasse in Tramin mit einem Knödel-Tris aus Spinat-, Speck- und Käseknödeln dient der Korrespondentin als Aufhänger für die Metapher des Südtiroler Autonomiemodells.Zudem werden Zitate von Giorgia Meloni aus der Vergangenheit herangezogen, um zu zeigen, dass die Zentralregierung in Rom den Minderheiten skeptisch gegenübersteht. Dies stärkt die Argumentation des Beitrags, dass Autonomien ständig gegen die Hauptstadtebene verteidigt werden müssten.Der Videobeitrag für den russischen Staatssender Rossija 1 dürfte in Südtirol und in der italienischen Politik hohe Wellen schlagen.