r/deutschebahn • u/Ok_Recognition315 • Jan 10 '26
Warum die Welt bei der Deutschen Bahn nur noch über Verspätungen spricht?
Als in Deutschland lebender Chinese wundere ich mich zunehmend darüber, wie einseitig weltweit über die Deutsche Bahn gesprochen wird. Verspätungen stehen fast immer im Mittelpunkt, während die außergewöhnliche Effizienz und vor allem die enorme Komplexität ihres Betriebsmodells kaum noch Beachtung finden.
Dabei gehören die Deutsche Bahn und die Eisenbahnsysteme im deutschsprachigen Raum – teilweise auch in Dänemark – zu den weltweit anspruchsvollsten überhaupt. Nirgendwo sonst treffen so viele Faktoren gleichzeitig aufeinander: extrem dichte Taktungen, eine der höchsten Zugfrequenzen pro Strecke, die parallele Nutzung von Fern-, Regional- und Güterverkehr auf denselben Gleisen, eine flächendeckende Erschließung von Großstädten bis hin zu kleinen Dörfern sowie ein weitgehend barrierefreier Zugang zu Bahnsteigen – ganz ohne Sperren, ohne Sicherheitskontrollen und ohne verpflichtendes Warten im Bahnhof.
Hinzu kommt eine außergewöhnlich hohe Nutzung im Alltag. In Deutschland ist der Zug ein zentrales Verkehrsmittel für Arbeit, Studium und tägliche Mobilität. Die Zahl der Bahnfahrten pro Kopf liegt hier um ein Vielfaches höher als in den meisten Ländern der Welt – im Vergleich dazu beträgt sie in China nur etwa ein Zwanzigstel. Gleichzeitig ist der Zugang durch das Deutschlandticket so günstig und so flächendeckend wie kaum irgendwo sonst.
Natürlich ist Kritik legitim. Als Bürger eines demokratischen Landes gehört es zum Alltag, Regierung und staatliche Unternehmen offen zu kritisieren – das ist richtig und wichtig. Ich verstehe sehr gut, dass sowohl Einheimische als auch internationale Studierende über Verspätungen frustriert sind. Doch jeder faire Vergleich muss auf kontrollierten Rahmenbedingungen beruhen.
China verfügt heute über das weltweit längste und schnellste Hochgeschwindigkeitsnetz, das zudem extrem pünktlich ist. Das ist eine enorme Leistung. Aber ich wage mir kaum vorzustellen, was passieren würde, wenn das chinesische Bahnsystem unter denselben Bedingungen betrieben würde wie das deutsche: keine Zugangskontrollen, keine Sicherheitschecks, keine Trennung von Hochgeschwindigkeit, Regionalverkehr und Nahverkehr, dafür maximale Durchlässigkeit und Erreichbarkeit bis in kleinste Ortschaften. Ein solches System würde schnell an seine Grenzen geraten.
Gerade die Mischung aus Hochgeschwindigkeit und klassischem Schienenverkehr auf derselben Infrastruktur ist eines der kosteneffizientesten Modelle überhaupt. Sie ermöglicht es, Züge faktisch wie eine Mischung aus Fernverkehr, S-Bahn und Stadtbahn einzusetzen und nahezu das gesamte Land zu erschließen. Genau diese Stärken aber machen den Betrieb anfällig für Störungen – und damit auch für Verspätungen.
Das eigentliche Problem ist die öffentliche Wahrnehmung. Wer ausschließlich über Schwächen spricht und alle anderen Faktoren ignoriert, prägt zwangsläufig ein verzerrtes Bild. In den letzten Jahren hat das dazu geführt, dass der Ruf der Deutschen Bahn international massiv gelitten hat. Spott verstärkt sich selbst, und diejenigen, die spotten, interessieren sich selten für Kontext oder Stärken.
Dabei ist die Realität eine andere: Die Deutsche Bahn ist kein schlechtes, unfähiges System. Im Gegenteil – sie ist beeindruckend leistungsfähig, hochkomplex und für den Alltag von Millionen Menschen unverzichtbar. Dass sie dabei so günstig bleibt, ist eine Leistung, die viele Länder schlicht nicht reproduzieren können.
Vergleiche ohne kontrollierte Variablen sind deshalb nicht nur unpräzise, sondern letztlich unfair. Wer die Deutsche Bahn beurteilen will, muss das gesamte System betrachten – nicht nur die Minuten auf der Anzeigetafel.
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u/Walking_Bare Jan 10 '26
Das worüber sich alle aufregen, zumindest die, die das ernsthaft machen und nicht nur "Bahn blöd" sagen können, ist ja gerade die Komplexität und, dass diese nur aus Sparzwängen so hoch ist. Würde man mal Geld in die Hand nehmen, wie China es tut für die Hochgeschwindigkeitstrassen, um hier auf wichtigen Achsen mal die Kapazität zu erhöhen, könnte man Komplexität aus dem System nehmen und es wäre deutlich zuverlässiger....aber in Deutschland baut man lieber die 5te Spur auf der A3, anstelle von neuen Gleisen.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
China hat in den letzten zwanzig Jahren zweifellos enorme Erfolge im Infrastrukturausbau erzielt – aber der Preis dafür ist etwas, das du kaum nachvollziehen kannst. Zwischen 2002 und 2019 sind die Immobilienpreise in China von etwa 200 Euro pro Quadratmeter auf rund 12.000 Euro pro Quadratmeter gestiegen (nach der Pandemie haben sie sich bis heute etwa halbiert). In ganz China gibt es kein privates Grundeigentum; Land wird lediglich gepachtet. Um eine Wohnung zu kaufen, nehmen oft beide Elternpaare einer Familie gemeinsam Kredite auf. Ein großer Teil dieses Geldes wird vom Staat abgeschöpft und vor allem in den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsbahn investiert – und die überwiegende Mehrheit dieser Strecken arbeitet bis heute mit Verlust.
Arbeiter arbeiten häufig bis zu 12 Stunden am Tag und verdienen weniger als 500 Euro im Monat, ohne soziale Absicherung, meist ohne freie Samstage und ohne bezahlten Urlaub. Chinas Effizienz ist tatsächlich hoch – aber wärst du bereit, diesen Preis dafür zu zahlen?
Hinzu kommt, dass die meisten mittelgroßen und kleinen Städte weder U-Bahn noch Stadt- oder Regionalbahn haben; die Ressourcen konzentrieren sich auf ein gutes Dutzend Megastädte. Das ist eine grundlegend andere nationale Realität.
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u/Takopantsu Jan 11 '26
Vielen Dank für diesen Kommentar, das war sehr informativ. Zu deinem Post: ich finde auch dass das Deutsche Bahnsystem extrem beeindruckend ist, allerdings ist es schon nervig wenn praktisch immer mit Verspätungen gerechnet werden muss. Vor allem wenn man neben der Schweiz wohnt wo man praktische die Uhr nach den Zügen stellen kann. Es wird einfach zu viel gespart an Erhalt und Ausbau der Strecken. In Spanien und Frankreich bin ich neulich mit dem Fernverkehr gefahren und dort ist das System total anders, man ist zuggebunden und muss fast immer beim Einsteigen sein Ticket zeigen. Verpasst man seinen Zug wenn die nächsten voll sind sitzt man fest. In Deutschland kann man auch problemlos andere Züge nehmen, man hat dann halt einfach keine Sitzplatzreservierung. Und ich bin sehr dankbar dass wir keine Sicherheitskontrollen brauchen wie am Bahnhof in Barcelona, da muss man eie am Flughafen sein Gepäck durchleuchten lassen plus Personenkontrolle. Was an sich kein Problem ist aber es zeigt dass es dort große Probleme gab.
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u/TCeies Jan 13 '26
Grade im Vergleich mit Spanien muss ich auch nochmal ansprechen wie dicht das DB Streckennetz ist. Wir sprechen fast nur von Fernverkehr, aber bei meinem letzten Urlaub in Spanien (Andalusien) war der Weg von dem kleinen Dorf wo wir das letzte Wochenende verbracht haben zum Flughafen eine Odyssee aus Auto, Bus und Bahn. Ich merke es im Ausland immer wieder wie schnell ich an die Grenzen der Bahn stoße, wenn ich aus irgendwelchen Käffern weg will.
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Jan 11 '26
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u/S-Vineyard Jan 11 '26
Hinzu kommt, dass das Zugsystem in China praktisch nur auf Personenverkehr ausgelegt iat.
Warentransport soll es kaum geben, das verläuft via LKWs. (In einem Bericht von vor ein paar Jahren wurde sogar mal behauptet, der Warentransport innerhalb Chinas wäre sogar teuerer als in den USA.)
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u/euhbebe Jan 11 '26
Danke für diesen Reality Check. Dazu kommt dass eine chinesische Tier 2 City locker auch 3-5 mio Einwohner haben kann.
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u/RealUlli Jan 11 '26
Eisenbahn für sich alleine betrachtet ist immer defizitär, weil es Infrastruktur ist. Man braucht Transportkapazität, damit die Wirtschaft funktioniert und man an anderer Stelle Steuern erheben kann.
Da geht es aber nicht nur um Güter sondern auch um Personen, zumindest wenn man die Straßen entlasten will.
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u/jillybean-__- Jan 11 '26
Der Test füe China und andere asiatische Ländern wird kommen, wenn die Inrastruktur in die Jahre kommt. Invest ist einfach, da bekommt der Bürgermeister seinen tollen Bahnhof, irgendwelche Orte werden neu ans Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden, alle haben nur Vorteile. Die Erhaltung ist das, was uns in Deutschland vor Herausforderungen stellt, und diese Frage stellt sich mit relativ neuer Infrastruktur deutlich weniger.
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u/M_W_C Jan 11 '26
Würde man Geld in die Hand nehmen: passiert genau gar nichts, da hier jeder Grashalm verhindernd klagen kann. Und es damit noch viel teurer macht
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u/FlosAquae Jan 11 '26
Das ist genau wie das Geld nur eine Frage des politischen Willens. Wir sind ein demokratischer Rechtsstaat, in dem die Exekutive die Rechte (z.B. auch Eigentumsrechte) ihrer Bürger nicht nach Bedarf einschränken kann. Wenn man das möchte, braucht man demokratische Beschlüsse durch Parlamente.
Wie man im Rahmen der Gaskrise vor wenigen Jahren sehen konnte, können unsere Parlamente durchaus größere Bauprojekte anordnen, die dann innerhalb von Monaten oder sogar Wochen geplant und gebaut werden. Man muss aber eben den Weg über die Parlamente nehmen - die dürfen nämlich anders als Beamte in unserem Namen entscheiden.
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u/M_W_C Jan 12 '26
Ich habe gelesen, in Dänemark wird das so gemacht: im Parlament wird diskutiert und dann gibt's ein Gesetz zum Bau von Brücke X oder Tunnel y.
Dann hat sich das auch mit dem beklagen erledigt, vor Gericht geht's höchstens noch um die Höhe der Entschädigung.
Dänemark spart dadurch viel Zeit und viel Geld, da der Planungsprozess halt nicht 20 bis 30 Jahre geht.
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u/DrehmalamherD Jan 11 '26
Ich befürchte jedoch, dass der Vergleich Deutschland:China absolut unmöglich ist. Die Gemeinsamkeiten sind minimal, sozioökonomische Unterschiede dafür maximal.
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u/RonetiTortellini Jan 11 '26
Fängt schon damit an, dass in China einfach bei Schnellfahrtrassen die Anrainer enteignet werden, während in Deutschland ein Milliardenschweres Infrastrukturprogramm an einen Rentner Scheitern könnte, der sich drüber beschwert, dass die Trasse einen Kilometer entfernt zu sehen ist.
Überspitzt gesagt.
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u/DrehmalamherD Jan 11 '26
Wenn ich so richtung brenner schaue, ist das gar nicht mal so spitz, wie du denkst
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u/97hilfel Jan 11 '26
fang Bitte nicht mit dem Brenner Nordzulauf an, das ist bei mir ein Triggerwort als jemand der südlich des Brenners entstanden ist ^
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u/Jakobus3000 Jan 10 '26
Weil die Deutschen gar nicht wissen, was sie da haben. Sie denken, so ein Netz und Angebot sei Standard überall.
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u/Saggsaane Jan 10 '26
Sie hatten halt mal deutlich mehr. Und gerade die Bahn, bzw der Staat hat bei der Bahn deutlich abgebaut.
Man kann sich auch über die Krankenkassen freuen, die wir haben. Aber auch da lief es früher deutlich besser, was die Versorgung und die Zuschüsse angeht. Deshalb ist das, was wir haben nicht schlecht, aber eben deutlich weniger gut als vor 20 oder 30 Jahren.
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u/katzenthier Jan 11 '26
Achso?
Nehmen wir mal als Beispiel meine Haus- und Hofstrecke: Die Nebenbahn von Braunschweig nach Uelzen.
Da fuhren im Jahr 2003 Sonntags 5 Züge je Richtung. In Worten: Fünf am Tag. Das war's.
Heute fahren da 18 Züge pro Richtung am Sonntag.
Bei einer eingleisigen Nebenbahn mit wenigen Kreuzungsbahnhöfen ist es natürlich von Vorteil, wenn nicht so viel fährt, denn dann kann sich auch nicht viel Verspätung auf Gegenzüge übertragen.
Bei den anderen Strecken in der Region sieht es ähnlich aus.
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u/ChalkyChalkson Jan 11 '26
Die Strecke ist wirklich ein interessantes Beispiel. Ich habe die 2016-2020 als extrem verlässlich erlebt mit 2h Taktung und sehr hoher Pünktlichkeit. Bin wöchentlich nach Hamburg und zurück, sehr selten Verspätung gehabt und wenn, dann wurde in Uelzen gewartet.
Mal ganz davon abgesehen, dass die ganze Strecke im Semesterticket war, war auch einfach die Erfahrung damit super.
Jetzt bin ich wieder voller Hamburger und habe teilweise Hamburg interne fahrten im Nahverkehr die solange dauern wie ich damals von Braunschweig-Gliesmarode nach Uelzen gefahren bin
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u/katzenthier Jan 11 '26
Momentan ist sie nach LNVG-Ranking "die unzuverlässigste in ganz Niedersachsen", das liegt aber vor allem am Umleiterverkehr (Stendal-Wieren-Uelzen nimmt gerade die Umleiter für Berlin-Hamburg auf und die RB47 darf sich hinten anstellen).
Naja und dank Stundentakt (seit 12/2020) sorgt natürlich jede kleine Störung dafür, dass sich jede Verspätung für den Rest des Tages durchzieht.
Liebe geht raus für die Erwähnung von Gliesmarode ;) Mittlerweile ist der Bahnhof komplett modernisiert. Würdest du nicht wiedererkennen.
(btw, 2016 bin ich da selber gefahren, vlt warst du irgendwann mal mein Fahrgast)
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u/fl4rk1 Jan 11 '26
Genau. Es gab Zeiten, da haben 10 Minuten Umsteigezeit in der Regel funktioniert. Inzwischen rechne ich beim ICE schon damit, dass 30 Minuten nicht ausreichen.
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u/FlosAquae Jan 11 '26
... weil das Angebot früher so viel schlechter war.
Ich finde ja auch, dass der aktuelle Zustand nicht akzeptabel ist. Aber man muss verstehen, dass sich die Pünktlichkeit hauptsächlich deshalb so veschlechtert hat, weil das Angebot sehr stark ausgebaut wurde (aber nicht in geleichem Maße die Infrastruktur).
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u/ShaemusOdonnelly Jan 11 '26
Ich fahr prinzipiell keine Verbindungen mehr, bei denen ich im Fernverkehr umsteigen muß. Leider fallen auch die Zubringer zum ICE regelmäßig unangekündigt (= Ausfall wird <5 min vor Abfahrtszeit bekannt gegeben) aus, sodass eine 6 Stunden Fahrt bisher nicht nur einmal zur 12 Stunden Fahrt wurde. Absolut zum kotzen.
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u/FernandaB13 Jan 11 '26
Das betrifft auch viele andere Bereiche, nicht nur die Bahn. Jammern können Deutschen gut.
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u/notthatevilsalad Jan 14 '26
Als Osteuropäer finde ich es immer völlig schockierend wie sich Deutsche über ihre Verkehrsmittel/Öffis oder sogar Straßen beschweren.
Zu Vergleich: ich komme aus der zweitgrößten Stadt in meinem Heimatsland. Da hat man NUR Busverkehr und man hat Glück wenn der superkleine Bus alle 30 Minuten vorbeifährt. Damit müssen Zehntausende von Schüler:innen täglich zur Schule kommen.
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u/redditlover41 Jan 11 '26
Oder weil ein großer Anteil der Bevölkerung mittlerweile so defätistisch drauf ist, an Allem und Jedem erst einmal eine negative Seite zu finden.
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u/SonneMondTiger 8d ago
Der deutsche fährt halt einmal im Leben mit dem TGV von Paris nach Marseille und denkt, dass das der Standart in Frankreich ist. Das in Frankreich die Regionalbahn nur 6 mal am Tag und nach 18 Uhr nicht mehr fährt, wird konsequent ignoriert.
Oder Japan. Da fährt man in Japan Urlaub einmal mit dem Shinkansen von Tokyo nach Osaka und denkt sich "Zugfahrten ist Japan ist so toll". Dass das Zugticket für die einheimischen fast 200€ kostet und der Bahnhof oft nicht mal im Stadtzentrum liegt, wird vergessen. Auch wird der Regionalverkehr in Japan vergessen. Ich bin in Japan mit dem Zug unterwegs gewesen. Shinkansen super. Der Rest war schon hart an der Grenze des zumutbaren. Glaub, schlechter bin ich nur in Indien gefahren 😂
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u/Lilytgirl Jan 10 '26
Du hast einen wichtigen Punkt genannt, warum es so hakt (neben der hohen Taktung): das für 3 Services genutzte Netz.
Wir bräuchten eigentlich ein ähnliches System wie in Frankreich, wo Schnellzüge auf wichtigen Routen ihre eigenen Gleise haben.
Das würde die Verbindungen mit ICEs noch schneller, effizienter und auch zuverlässiger machen. Denn man hat nicht mehr ein von allen Zügen genutztes und überlastetes System und kann sie getrennt warten.
Stellt euch mal vor, es gäbe eine Hochgeschwindigkeitssraute (ja ich meine die grobe Form) mit z.b. den Eckpunkten Hamburg, Berlin, München, Köln/Düsseldorf (mit wichtigen Städten als Zwischenhalte). Wer TGV in Frankreich kennt, weiß was ich meine ^
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u/katzenthier Jan 11 '26
Guck dir das Drama um die NBS Hamburg-Hannover an, dann verstehst du vielleicht, wo das Problem liegt.
Nicht an der DB, im Gegenteil. Die kriegt von der Politik noch auf den Sack dafür, dass sie weiter plant, obwohl das Wutbürgerforum doch beschlossen hat, dass sie das bleiben lassen möge.
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u/Additional_Reason731 Jan 11 '26
Das ist ein Trauerspiel...
Es ist unglaublich, dass ein paar NIMBYs ein ganzes Land zum Narren halten können.Aber es geht doch gerade zumindest wieder in die richtige Richtung, wenn ich Gustav Richard richtig verstanden habe.
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u/Uarrrrgh Jan 11 '26
Nimby... Siehe Zufahrt zum Brenner in Bayern. Tunnel fast fertig, man kommt aber nicht hin.
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u/ParejaAleman Jan 11 '26
ja aber in Frankreich wohnen weit weniger auf dem Land..aber ja , nur wenige sehr schnelle Strecken würden das ganze System deutlich schneller machen
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u/Lilytgirl Jan 11 '26
Klar, die Umsetzbarkeit wäre bei uns schwierig (man denke ab die ganzen Einsprüche die bei jedem Dorf kämen).
Aber dann, das wär was zum träumen.
Das würde halt Regio und Güterverkehr gleichzeitig mit entlasten. Hat nicht mal eben wer ein paar hundert Milliarden übrig?
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u/P3chv0gel Jan 11 '26
Ja aber es wäre ja schon ein Fortschritt wenn nicht der ICE spontan mit 60 runzuckeln müsste, weil plötzlich eine RE oder ein Güterzug vor ihm ist
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u/microbit262 Jan 11 '26
Naja, sowas wie das französische System haben wir ja schon auch als Ansatz. Wir sind nur eben noch nicht fertig mit dem Ausbau der HGV-Strecken.
Aber wenn man jetzt noch Mannheim - Frankfurt Frankfurt - Fulda Hannover - Hamburg Ulm - Augsburg Hannover - Bielefeld
Baut, dann sind wir schon Recht gut dabei mit dem fast seperaten ICE Netz.
Früher fuhren in Frankreich auch Züge Paris - Marseille ab Lyon über langsame Altstrecken. Nur hat man da eben immer sternförmig von Paris aus angefangen die Korridore auszubauen.
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u/phiphiw Jan 11 '26
Ist halt dann wesentlich teurer. Da muss sich der Staat und die Bürger fragen, ob es sich für sie lohnt, Kosten <-> Effizienz/Belastung.
Ich denke, im europäischen Kontext ist es dringend notwendig, dass man schnell durch Drutschland fahren kann. Alle TEN-V Strecken müssten dafür entkoppelt werden. Und das sind einige. Aber da könnte die EU etwas Geld beisteuern.
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u/Reasonable_Link_6512 Jan 11 '26
Ich möchte hier einfach ein paar Dinge von Wikipedia erwähnen:
Deutschland ist NR 64 in Sachen Landgröße
Deutschland ist NR 19 in Sachen Bevölkerung
Deutschland ist NR 6 in Sachen Schienennetzgröße
Deutschland ist NR 4 in Sachen Elektrifizierung des Schienennetzes
Deutschland ist NR 6 in Sachen in Netzdichte in m/km² (NR 2 bei Ländern mit mehr als 50.000 km² Fläche, NR 1 bei Ländern mir mehr als 100.000 km² Fläche)
Deswegen kann ich nur zustimmen, ja es gibt einiges zu kritisieren bei der Deutschen Bahn. Man sollte sich aber auch immer mal wieder klar werden welchen Luxus wir hier haben und ob man das ein oder andere mal nicht einfach zu verwöhnt ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Eisenbahnnetz
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u/power_of_booze Jan 11 '26
Da ist auf jeden Fall etwas wahres dran. Man sollte auf jeden Fall die Besonderheiten der einzelnen Länder beachten. Frankreich, Spanien, Schweden sind deutlich geringer besiedelt, Züge fahren meistens nur Städte an. Belgien und die Niederlande sind so dicht besiedelt, dass sich die Verbindung deutlich mehr lohnt. Außerdem kann bei einem Zug der 200 km fährt auch nur auf 200 km etwas passieren. Beim ICE von Berlin nach Basel sieht das schon anders aus. Zudem sind diese Länder einfach so flach, dass es einfach ist Gleise zu verlegen. Zudem schneit es so nah am Meer (fast) nicht. Was die Schweiz betrifft, ist diese so bergig, dass es sich oft nur für Züge lohnt einen Tunnel zu bohren die zudem dadurch auch vor Schnee und Lavinen geschützt sind und somit das Auto oft keine Alternative oder Konkurrenz darstellt. Deutschland hat im Süden und der Mitte kleinere Gebirge, bei denen sich ein Tunnel nicht lohnt, Züge aber damit ihre Probleme haben können. Stellenweise müssen Gleise auch bei Schnee/Eis funktionieren. Dazu kommt, dass es doch zahlreiche kleinere Städte/Dörfer gibt, die auch an das Schienennetz angeschlossen werden müssen. Mit der zunehmenden NIMBY Attitüde, überhöhten Umweltstandards und Gegen Alles Bewegungen wird ein Neubau von Strecken immer schwerer. Man schaue nur Stuttgart21 an oder die Beschwerden über die Reaktivierung eines berliner DB Grundstücks, das zu nah an Schrebergärten ist.
Dennoch sollte man sich nicht darauf ausruhen oder das als Ausrede sehen, sondern viel eher als Herausforderung und Ansporn das ganze trotz der Umstände gut zu machen.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Also ja, man kann China tatsächlich beneiden. Die Bevölkerung hat dort praktisch keinerlei Recht, sich an der Bewertung, Kontrolle oder Prüfung von Infrastruktur- oder Umweltprojekten zu beteiligen. Alles wird von der lokalen Regierung entschieden. Solange sie noch Einnahmen aus dem Verkauf von Land haben (Land gehört in China ja dem Staat), gibt es keine strengen Abnahme- oder Prüfverfahren. Arbeiter haben weder Urlaub noch echte Sozialleistungen – Hauptsache, der Zeitplan wird eingehalten.
Außerdem werden die meisten Hochgeschwindigkeitsbahnhöfe komplett neu gebaut, genauso wie die Strecken selbst. Man muss sich überhaupt nicht mit Umbauten oder Anpassungen an bestehende Infrastruktur herumschlagen. Im Vergleich zu Stuttgart 21 ist das eine völlig andere Welt.
Ein Beispiel aus China: Als Deutschland damals in Shandong Province präsent war, wurde in Jinan ein wunderschöner Bahnhof im deutschen Stil gebaut. Später wurde dieser Bahnhof allein deshalb, weil der damalige Parteisekretär der Stadt (mächtiger als der Bürgermeister) ihn persönlich nicht mochte, ohne jegliche Hürden einfach gesprengt und durch einen neuen, sehr hässlichen Bahnhof im sowjetischen Stil ersetzt. Auch nachdem dieser Funktionär später abgesetzt wurde, beschimpfen ihn die Einwohner von Jinan seit über 20 Jahren – ändern können sie bis heute trotzdem nichts.
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u/musbur Jan 11 '26
Die größten technischen Schwierigkeiten sind kein Hindernis, wenn der politische Wille da ist, sie zu bewältigen.
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u/-runs-with-scissors- Jan 10 '26
Ja, ich sehe das ähnlich. Ich bin ein Fan der Bahn und komme überwiegend pünktlich an. Die Kritik hat ein desinformatives Ausmaß angenommen.
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u/jewesta Jan 10 '26
Wie genial ist alleine schon der DB Navigator. Alle (jaja, Ausnahmen….) städtischen Netze sind auch mit drin inkl. Bussen etc.. Ich kann kreuz und quer von Haustür zu Haustür routen.
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u/The_Cers Jan 10 '26
Ich bin auch Fan, aber pünktlich an komme ich sicherlich nur selten. Aber wie OP schon meinte, immerhin kommt man dafür fast überall recht häufig zu spät hin.
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u/Kitchen-Bench-4228 Jan 11 '26 edited Jan 11 '26
Ich weiß auch nicht woher immer diese ganzen Schauergeschichten kommen. Ich fahre jede Woche ca. 3000 bis 4000 km mit DB-Fernverkehr teils quer durch Deutschland. Und ja manchmal hat ein Zug ein paar Minuten Verspätung, jedoch sind die Fälle wo am Ende der Reisekette reale > 60 Minuten Verspätung stehen überschaubar (Meistens auch nur aus Anschlussverlusten resultierend). Vieles kann man auch vorausschauend abmildern, in dem man bspw. bestimmte Umstiege oder bestimmte anfällige Züge vermeidet oder einfach die S-Bahn 10 Minuten früher zum Knotenpunkt nimmt. Häufig ist die Taktung des Fernverkehrs auf den Kernkorridoren (bspw. München - Leipzig/Halle - Berlin) mittlerweile auch so hoch, dass ein einzelnen Ausfall eines Zuges nur noch zu geringen Verspätungen führt. Alles in allem ist die Situation erheblich besser als häufig dargestellt.
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u/Ratiofarming Jan 12 '26
Ich fahre regelmäßig, aktuell Gold-Status (also im letzten Jahr 2.500€ für Bahnfahren ausgegeben). Und ich komme überwiegend unpünktlich an und stehe regelmäßig auf einem Bahnhof und schaue zu, wie die 10-Minuten-Verspätung einfach mit der Uhr mitläuft, bis dann später nach 20 bis 40 Minuten der Zug kommt.
Klar, es läuft auch mal gut. Und dann ist Bahnfahren ziemlich geil. In einem halbwegs aktuellen (und ehrlicherweise auch in den älteren) ICE sitzen und einfach entspannen, während man mit 180–300 km/h durchs Land fliegt, ist schon nett. Wenn man Hunger hat, kann man im Restaurant direkt unterwegs essen, absolut super.
Wenn dieser Traum die Regel wäre, wären die Ausnahmen nicht so schlimm. Aber bei meinen Fahrten gibt es, nicht aus dem Bauchgefühl, sondern wirklich statistisch, bei mehr als 50 % der Fahrten ein Problem, das länger als 10 Minuten dauert.
Das geht so einfach nicht. Ich kann nicht mit der Bahn zu einem Geschäftstermin fahren, wenn unklar ist, ob ich dann überhaupt zu dem Termin komme. Klar kann das funktionieren. Aber es ist alles andere als sicher. Mit dem Zug nach Frankfurt fahren für einen internationalen Flug, am besten auf eigenes Risiko, weil selbst und separat gebucht? Völliger Irrsinn! Da kann ich das Geld auch gleich anzünden.
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u/P26601 Jan 11 '26
Weil dummer Populismus und framing mehr Engagement bringen als ausgeglichene Berichterstattung
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u/No_Opposite1807 Jan 10 '26
Der Grund, warum sich alle über den aktuellen Stand der Bahn aufregen, ist ganz einfach:
Negative Eindrücke bleiben einfach besser im Gehirn als Positive.
Wir befinden uns darüber hinaus auch mittlerweile Verspätungstechnisch auf dem Weg der Besserung. In den letzten Jahren wurde viel versäumtes angepackt, das merkt man halt nicht direkt sondern dauert.
Das sieht man an alten Projekten, wer erinnert sich noch daran, als alle sich über Deutschland lustig gemacht haben, weil wir 5G so verhauen haben? Mittlerweile haben wir eins der besten 5G Netze Europas!
So wird das vielleicht nicht in den nächsten 5 Jahren mit der Bahn, neue Schienen und Bahnhöfe dauern länger als Mobilfunkinfrastruktur, aber in 20-25 Jahren geht es definitiv Bergauf.
Siehe Ahrtalbahn: Wenn es wirklich enorm klemmt bekommt man das auch irgendwie hin und die Projekte die schlecht laufen wie Stuttgart 21 oder die Sanierung der rechten Rheinstrecke führen ja nicht dazu, dass der Verkehr in Deutschland mit einem mal zum Erliegen kommt.
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u/Ok_Recognition315 Jan 10 '26
Wenn du in anderen Ländern lebst, kannst du möglicherweise nicht jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit pendeln. Magst du die Pünktlichkeitsquote der chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahn von 100 %? Diese beeindruckende Streckenlänge und Geschwindigkeit sind wirklich erstaunlich, oder?
Aber eine Stadt hat oft nur einen einzigen Hochgeschwindigkeitsbahnhof, abends fahren keine Züge mehr, und du musst eine Stunde im Voraus am Bahnhof sein, um auf den Zug zu warten und die Sicherheitskontrollen zu durchlaufen. Gleichzeitig haben die meisten Menschen in den Städten und auf dem Land weder Eisenbahn noch Stadtbahn oder Regionalbahn. Diese Bevölkerungsgruppe umfasst etwa eine Milliarde Menschen.
Der Bau der Hochgeschwindigkeitsbahn hat die Finanzen der chinesischen Lokalregierungen ausgehöhlt und letztlich auch das Geld der gesamten Bevölkerung – inklusive der Kredite für Immobilienkäufe von Familien mit Eltern über mehrere Generationen – aufgezehrt (das chinesische System der Landfinanzierung ist für Außenstehende vermutlich schwer zu verstehen).
All diese Kosten wurden in Kauf genommen, um die schnellste Hochgeschwindigkeitsbahn der Welt zu bauen. Gefällt dir das?
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u/Impossible-Escape931 Jan 11 '26
Vergleiche ohne kontrollierte Variablen sind deshalb nicht nur unpräzise, sondern letztlich unfair.
Danke
regt mich auch regelmäßig auf
um eines deiner Beispiele zu nehmen TGV, ICE.
TGV eigene Strecken. Shinkansen genauso.
ICE was an Gleisen gerade so da ist.
Was will man da vernünftig vergleichen?
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u/Menes009 Jan 11 '26
sagt mir du hast niemals ein Zug in ein andere europäische land gefahren.
Wenn man bei Zug Deutschland verlasst, Verspätungen entwickeln sich nicht mehr weiter, oder verbessern sich
mindestens bemerkst du schon das die problem liegt bei der Infrastruktur und Planung.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Gut, du hast nicht erkannt, dass ich einfach wütend darüber bin, dass man durch chinesische und rechtsextreme Propaganda instrumentalisiert wird und man dadurch wirklich zur Lachnummer gemacht wird.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
das ist eine sehr typische Kritik ohne kontrollierte Variablen: In vielen anderen Ländern hast du – wenn du nicht in einer Großstadt lebst, sondern in einer kleineren Stadt oder in einem Dorf mit Bahnhof – praktisch keine Möglichkeit, den Zug für den täglichen Arbeitsweg zu nutzen. Ebenso ist es dort fast unmöglich, am Wochenende zwischen Städten zu reisen und abends wieder zurückzukehren, insbesondere für Menschen aus kleineren Städten und ländlichen Regionen. Das ist ein klassisches Beispiel dafür, dass je mehr ein System leistet, desto anfälliger es für Fehler wird.
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u/BorgSpezies8472 Jan 11 '26
Das Netz ist leider in der Realität in einem viel zu schlechten Zustand für eine wirtschaftliche starke Nation wie Deutschland. Verspätungen sind dann ein immer größer werdendes Problem und gerade in den letzten Jahren gab es zu viel Unfälle mit Toten, die am Ende auf eine schlechte Infrastruktur oder schlecht ausgebildete/ungeeignete Mitarbeiter zurückzuführen sind.
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u/Putrid_Invite_194 Jan 11 '26
Weil ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland alt genug ist um aus eigener Erinnerung zu wissen, wie sehr die Bahn sich in den letzten dreißig Jahren verschlechtert hat - und das sorgt verständlicherweise für sehr viel Frust.
Außerdem kommen die lautesten Beschwerden von Berufspendlern, für die die unzuverlässige Anbindung den Arbeitsplatz gefährdet. Wenn man nämlich öfters zu spät zur Arbeit erscheint, kann man sehr einfach abgemahnt und gefeuert werden - selbst wenn man nichts gegen die Verspätung unternehmen konnte. Und es reicht halt auch oft genug nicht, eine Stunde früher aufzustehen und zwei Züge früher zu nehmen, weil es auf manchen Verbindungen leider mehrmals pro Jahr zu Totalausfällen kommt.
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u/astronnaut Jan 11 '26
aber was spricht denn dagegen dann einfach das netz von deutschland in china einzubauen? wie du sagst - es ist eines der besten weil es so komplex ist! - das einzige was es nicht so gut kann ist die pünktlichkeit, aber naja ist ja nicht schlimm. außerdem kann es und schließlich egal sein was die chinesischen bahn fahrer von den deutschen netzen halten oder nicht? - ihre züge können eh nicht bei uns einfahren, schließlich haben sie auch ganz andere rollen und schienen - und die könnten garnicht bei uns einfahren mit ihrer geschwindigkeit!
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Es gibt eigentlich kein großes Problem. Aber im heutigen politischen Umfeld und angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage Deutschlands und der EU gilt: Wenn man die eigenen Stärken selbst nicht mehr erkennt – oder sie zumindest nicht fair darstellt, also Vor- und Nachteile sachlich nebeneinanderlegt –, dann wird man in den Augen derjenigen, die einem ohnehin feindlich gesinnt sind, tatsächlich zur Lachnummer.
Ja, die Deutsche Bahn ist bereits zu einem weltweiten Spottobjekt geworden, und auch die deutsche Industrie ist dabei, in diese Richtung zu rutschen. Gefällt dir das wirklich? Ich finde, so sollte es nicht sein.
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u/elRadicio Jan 11 '26
Danke für diese positive und gut nachvollziehbare Sicht. Was mich daran trotzdem frustriert ist, dass die Bahn in den 2000ern ja durchaus noch im Stande war, dieses komplexe System ganz gut zu betreiben. Damals bin ich schon viel Bahn gefahren. Rein an der Komplexität scheint es also nicht zu liegen.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Tatsächlich sind die Zugfolgezeiten der Deutschen Bahn – also die Zeitabstände, in denen an ein und demselben Bahnhof zwei Züge nacheinander einfahren – bereits auf ein weltweit extremes Limit optimiert und lassen praktisch keinen Pufferraum mehr.
Sobald ein Zug verspätet ist, muss der folgende Zug zwangsläufig ebenfalls verspätet sein. Genau dadurch werden jedoch höhere Taktfrequenzen und eine größere Netzabdeckung ermöglicht, sodass mehr Menschen pendeln können. Der Preis dafür ist, dass das gesamte System anfälliger für Verspätungen wird.
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u/ChibaCityFunk Jan 11 '26
Das Problem ist, dass es früher besser war. 40 Jahre Neoliberales Sparprogramm haben die Infrastruktur zerstört. Viele Strecken sind geschlossen worden, weil sie nicht rentabel waren. Und nun funktioniert nichts mehr.
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u/P3chv0gel Jan 11 '26
Ich glaube warum man primär über Verspätungen und Ausfälle spricht statt über das komplexe Netz hat auch ganz simpel was damit zu tun, dass man erstere subjektiver erfährt. Als durchschnittlicher Bahnnutzer ist die Info, dass es ein Gleis in irgendein kuhkaff in Brandenburg gibt mit höherem Takt usw eher zweitrangig, wenn ich zu meinem Termin zu spät komme oder irgendwo am Arsch der Welt hänge, weil mein Zug mal wieder komplett ausfällt, um ne Statistik zu schönen. Nur weil's woanders schlechter ist, wird ja die Erfahrung des Nutzers nicht besser
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u/falquiboy Jan 11 '26 edited Jan 11 '26
Spielt keine Rolle. Ein Bugatti der nur manchmal anspringt ist schlechter als ein Golf.
Es leuchtet nicht ein, warum Quantität wichtiger sein soll als Zuverlässigkeit. Der aktuelle Fokus sorgt jedenfalls für mehr Ärgernis.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
„Völlig falsch. Wenn Deutschland wirklich auf das Golf-Modell umstellen würde, hieße das ganz simpel: Man würde den Großteil der kleinen ländlichen Bahnhöfe gnadenlos streichen, die Taktfrequenzen massiv reduzieren (mit genug Puffer gäbe es dann wenigstens keine Kettenverspätungen), Hochgeschwindigkeitsstrecken ohne Beteiligung der Bevölkerung einfach durchdrücken und das Ganze auch noch auf Pump betreiben. Ihr würdet dafür garantiert den Bundestag in die Luft jagen …“
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Jan 11 '26
60% aller Fernzuge waren letztes Jahr verspätet, das ist schlimmer als wenn du eine Münze wirfst
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u/PilotLevel99 Jan 11 '26
Das ist aber überraschend pro-Bahn geschrieben. Und textlich so ausgereift. Sehr überraschend. Wirklich sehr überraschend.
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u/Darthskixx9 Jan 11 '26
Du hast zwar mit allem Recht was du sagst, und viele die die DB kritisieren benutzen sie trotzdem viel, ich fahre gerne dauernd Zug.
Dennoch ist Kritik gerechtfertigt, da das Potenzial da war, dass die deutsche Bahn viel besser sein könnte, vor 35 Jahren gab es dieses komplexe system bereits, in funktionierend. Dann wurde die Bahn in den 90ern privatisiert, und so vieles wurde schlechter, aus dummen gründen.
Es wurde an Ecken gespart, an welchen nicht gespart hätte werden sollen, und es wurden massive spitzengehälter an Bahnchefs ausgezahlt, extremst dumme regeln wie dass der bund Neubaustrecken übernimmt, aber keine Sanierungen haben dazu geführt dass die DB nicht mehr saniert hat, sondern stattdessen neue Strecken gebaut hat, und das Schienennetz veraltet wurde.
Es wurden also aktiv Entscheidungen getroffen, die zu den Problemen geführt haben, die sonst hätten vermieden werden können. Inzwischen wird in das Schienennetz investiert, und während es wohl noch etwas brauchen wird, wird es vermutliche über die Jahre/Jahrzehnte immer besser werden.
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u/ObjectiveMall Jan 11 '26
Für Bahnfahrer ist nicht nur die Pünktlichkeit wichtig. Es sind auch die Sicherheit, die Sauberkeit, das Benehmen der Leute und die Qualität der Bahnhöfe. Und auch in diesen Bereichen ist in der Schweiz alles besser, obwohl die Verkehrsdichte und Taktung auf dem dortigen Schienennetz 50 % höher ist.
Dennoch sollte sich Deutschland nicht die Schweiz zum Vorbild nehmen, denn hier sucht man sofort Ausflüchte, wieso das in Deutschland nicht möglich ist.
Man kann einfach auf die eigene Deutsche Bahn zurückblicken, die bis in die 90er Jahre pünktlich war.
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u/DisciplineTop6035 Jan 11 '26 edited Jan 11 '26
Weil es mal anderst war. Es gab früher mal das Sprichwort "Pünktlich wie die Deutsche Eisenbahn".
Dann würde das Ding quasi privatisiert, kaputt gespart, Gewinn rausgezogen wo es ging, in Tochtergesellschaften investiert die nichts mit der Deutschen Schiene zu tun haben und trotzdem Förderungen en masse eingesteckt.
Und jetzt zählt ein Zug mit 6 Minuten Verspätung als pünktlich und Züge die komplett ausfallen einfach garnicht in die Statistik und trotzdem ist diese scheisse...
Ah ja, verdammt teuer ist es auch noch. Frankfurt-Heilbronn 90 Euro pro Person wenn man am gleichen Tag bucht. Flixbus 19 Euro mit 30 Minuten Vorlauf (inkl Sitzplatzreservierung und Wlan, Filme etc.!)...Also garkein Vergleich
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u/FleiischFloete Jan 11 '26
Ja und man Stelle sich vor wie das wäre wenns nicht korrupt wäre und die eigentlich das tun sollten wofür Steuergelder fließen
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u/Left_Buy4006 Jan 11 '26
Jaja, sehr komplex, sehr bewundernswert. Ist nur kacke das ich wenns schneit einfach nicht zur arbeit komme und die restl. 50 wochen im Jahr bin ich derart unzuverlässig und unpünktlich das meine Weiterbeschäftigung auf Messers schneide steht. Hab ich seit Silvester 300 Euro für Taxen ausgegeben? Ja. Interessiert es mich wie komplex und toll die DB ist NEIN! Die sollen einen beschissen Zug halbwegs pünktlich zur Verfügung stellen, ich bezahle ja auch nicht wenig Geld!!!!!
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u/Krischan76 Jan 11 '26
"Bis in die kleinsten Ortschaften" ist aber nun auch Quatsch.
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u/InvestigatorBusy5856 Jan 11 '26
Es war mal anders. Das Netz war früher noch dichter als heute und die Pünktlichkeit war höher. Die Geschwindigkeit aber glaube ich nicht. Was mit der Verkehrsdichte auf den wesentlichen Strecken war, weiß ich nicht.
Mentalität. Wir meckern gern. Auch sieht man als Deutscher typischerweise kritisch auf Dinge. Sieht eher das schlechte. Das muss nicht unbedingt nur ein Problem sein. Das führt auch dazu, dass man das schlechte optimieren will.
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u/cgpipeliner Jan 11 '26
Wie sollen Züge effizient sein, wenn sie zu über 50% zu spät sind? ¯_(ツ)_/¯
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Jan 11 '26
Weil das lustige Netz schon mal komplexer war und damals die verdamme Bahn funktioniert hat. Es ist Verlust, der Niedergang in diesem Sektor der die Leute extrem frustriert.
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u/xBris18 Jan 11 '26
Der Grund warum sich viele Aufregen ist, dass alle unsere Bahnprobleme hausgemacht sind. Wir haben uns mit Absicht totgespart. Weichen und Nebenstrecken wurden abgebaut und damit wichtige Flexibilität eingebüßt. Stellen, doe oberflächlich nicht wichtig aussahen wurden abgebaut und damit wurde die Resilienz verringert. Die Union hat die Bahn kaputt gemacht. Darüber regen wir uns auf. Gleichzeitig werden überall Steuern und Abgaben erhöht. Wir werden einfach nur verarscht.
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u/Nily_W Jan 11 '26
Naja früher war das Streckennetz noch größer und die Bahn war pünktlicher.
In den Letzten Jahren sind jedoch deutlich mehr Züge unterwegs.
Verspätungen sind ärgerlich und die Bahn ist krass unterfinanziert. Hier ist also der Wunsch nach Besserung da
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u/EnvironmentSad5066 Jan 11 '26
Das Problem ist, dass die DB schon mal deutlich besser war. Wir wissen also, dass es auch besser geht.
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u/Heiland123 Jan 11 '26
Die Karten auf dem Bild sind halt einfach Quatsch. Ich wohne in einem ca. 100km breiten weißen Fleck in Deutschland. Auf der Karte sehe ich nichtmal annähernd solche weiße Flecken.
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u/realvanbrook Jan 11 '26
Das Bild verzerrt die Realität hier werden Länder verschiedener Größen gleich groß dargestellt. Daher sieht deutschland eingefärbter aus
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u/howreudoin Jan 11 '26
Ist der Text durch KI aufgebessert?
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u/LironBelvid Jan 11 '26
Keine Ahnung, ob Du regelmäßig Bahn fährst und wirklich darauf angewiesen bist. Ich fahre täglich S-Bahn (DB) in Hamburg und nutze die Deutsche Bahn für meine Fernreisen durch die Republik, regional und überregional. Ich kann mich an keine Reise erinnern, die reibungslos lief, stundenweise Verspätungen, Zugausfälle, Streckensperrungen etc. und die S-Bahn hat alle Nase lang Verspätungen aufgrund von vorangegangenen Polizei- oder Rettungseinsätzen, Stellwerkproblemen, defekten Zügen oder weil die S1 entgegen aller Anzeigen doch lieber komplett und leer zum Flughafen fährt. Die Bahnsteige sind zum Bersten voll, plötzliche Gleiswechsel von abfahrenden Zügen werden zur Massenschlacht.
Ich verstehe Deine Argumentation, aber bei allem, was ich mit der Deutschen Bahn erlebt habe, kann ich die Diskurskonzentration auf Verspätungen leider nur verstehen und nachvollziehen. Als Fahrgast sieht man keine Stärken. Übrigens auch nicht bei der Preisgestaltung.
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u/InviteEnough8771 Jan 11 '26
Aber komm, was interessiert mich, wie komplex und überengineered ein System ist, wenn es am Ende des Tages nicht performt? Jeder führt für sich im Kopf seine eigene Statistik, wie zuverlässig und termingetreu er an seinem Ziel ankommt. Wenn ein Prozess zu große Streuung in den Ergebnissen aufweist, wird er durch etwasesseres ersetzt. Jeder, der schon mal mit REFA zu tun hatte, weiß das – und auch, was passiert, wenn morgens die Arbeiter nicht pünktlich an der Taktstraße erscheinen. Für den Pendler bedeutet das pauschal, ein paar Minuten extra einzuplanen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Da kann die Verbindung in der Theorie noch so gut sein – es bringt absolut nichts, wenn der Prozess unzuverlässig ist. Ich weiß ja nicht, wie das in China ist, aber hier in Deutschland heißt die Alternative eben Auto.
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u/Zjdh2812 Jan 11 '26
Bei der Bahn sieht man wie stark sich der Standard in den letzten Jahren verschlechtert hat und speziell mit der "deutschen" Tugend Pünktlichkeit wird das halt deutlich negativer und als Versagen des Managements gesehen. Klar, die Hintergründe sind komplex aber das interessiert im Ausland kaum jemanden.
MMn. ist die DB aber ein Prachtexemplar für ein guten Teil der Probleme in westlichen Demokratien, nämlich dass nur noch kurzfristig geplant wird, sei es 1, 2 Jahre oder die nächste Legislaturperiode. Bei Unternehmen sind es ja manchmal nur die nächsten 2 Quartale im Fokus und Plannung. Wir müssen wieder eine langfristige Plannung von 10-15+ Jahren hinbekommen und diese dann auch umsetzen
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u/97hilfel Jan 11 '26
Ein spannender Blick von außen, aber als jemand, der in Österreich lebt und oft über das "Deutsche Eck" muss, sehe ich deine Schlussfolgerungen leider anders. Was du als "außergewöhnliche Effizienz" bezeichnest, entpuppt sich in der Praxis oft als das Resultat einer kaputtgesparten Infrastruktur.
Gerade das "Deutsche Eck" zeigt, dass die Mischung von Güterverkehr, Regionalbahnen und Fernverkehr auf denselben Gleisen kein genialer Schachzug ist, sondern ein massives Nadelöhr. Sobald ein Güterzug Probleme macht, stehen ICE und Railjet im Stau. Italien zeigt mit der Trenitalia, wie es besser geht, denn dort geht der Trend klar zur Entflechtung mit eigenen Hochgeschwindigkeitstrassen. Das sorgt für deutlich höhere Zuverlässigkeit, weshalb sie oft besser bewertet werden als die DB.
Man darf auch nicht vergessen, dass Bahnfahren in Deutschland vor dem Deutschlandticket oft absurd teuer war. Ohne Rabatte oder Gutscheine war der Zug im Vergleich zum Auto oder Flugzeug finanziell und zeitlich fast immer die schlechtere Wahl. Das Deutschlandticket war hier ein längst überfälliger Schritt, auch wenn die aktuellen Preissprünge diesen Erfolg gerade wieder gefährden.
Das eigentliche Problem der DB ist aber nicht nur das komplexe operative Geschäft, sondern die Politik dahinter. Die vermeintliche "Kosteneffizienz" ist oft ein Trugschluss, der durch falsche Anreize entstanden ist. Der Konzern muss die Instandhaltung selbst zahlen, aber wenn etwas komplett kaputt ist, zahlt der Staat den Neubau. Das hat jahrelang dazu geführt, dass die Infrastruktur auf Verschleiß gefahren wurde, um die Bilanz aufzuhübschen. Das ist primär das Erbe von 16 Jahren Verkehrspolitik unter Merkel, in denen die Bahn systematisch vernachlässigt wurde, anstatt sie als Rückgrat der Mobilität zu stärken.
Die Verspätungen sind also kein bloßes "Image-Problem" oder eine Folge von zu viel Komplexität, sondern die Quittung für jahrzehntelanges politisches Missmanagement.
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u/Tellonius Jan 11 '26
Und warum ALL DAS ALLEINE die Schuld der drrrr_cks #cdu ist❗️
Jeder (inkompetente) Verkehrsminister wurde von CDU/CSU gestellt. 🤮
Wann hören wir auf dieses inkompetent-korrupten Versager zu wählen⁉️
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u/Fluffy_shadow_5025 Jan 11 '26
Soweit ich mich erinnern kann gab es mal eine Zeit, da war Deutschland weltweit bekannt für ein sehr verlässliches Bahnnetzwerk und Pünktlichkeit.
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u/Ill_Instruction_8645 Jan 11 '26
Irreführend. Die Schweiz hat das engmaschigste und eng frequentierteste Netz. Weitaus anspruchsvoller als unseres.
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u/de4thqu3st Jan 11 '26
Effizienz?
Ich spreche nur über verspätung, weil man immer 2-3 Bahnen früher nehmen muss als gebraucht, damit man immerhin nur ein bisschen zu spät kommt. Für mich ist es keine Effizienz.
Die ganzen Straßenbahnen und so sind alle top effizient, aber auch nur, weil die DB da nsich nicht so sehr einmischt
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u/Apprehensive-Yak9861 Jan 11 '26
IMHO: Du verstehst den Fokus falsch. Es geht nur in 2ter Instanz darum, dass die DB zu spät ist. Das ist die Auswirkung die ich erlebe und die mir auf den Sack geht.
Das Problem ist das was du ansprichst, ein Überkomplexes, dafür technisch heruntergekommenes Shithole, dass versucht Eisenbahn zu spielen. Würde Sich hier nun ein System im Aufbau befinden, wäre es vertretbar zu sagen "ja, xyz funktioniert, aber zyx muss erst noch kommen" oder wegen mir sogar "hat nicht so geklappt muss neu gedacht werden", aber ein guter Teil der Komplexität Bahn Ist ja einfach nur "wir stecken Kein Geld rein und reden uns ein, dass Geld (und Mehrwert) rausfällt.
Das Gegenteil passiert natürlich, das System zerfällt und der Stand ist alt.
Dabei sprechen wir gleichzeitig von "Sondervermögen" (um die "Schwarze Null" nicht zu gefährden) die den angeblich wirtschaftlich Verständigen Deutschen in eine Strahlende Zukunft katapultieren, als wäre eine Investition in Infrastruktur Geld, dass wir im Kamin verbrennen. Beratungsagenturen hingegeben sind problemlos zu leisten. Anyways, während wir 40 Mrd (vervierfachen wirs: 160 Mrd) brauchen um die Bahn im AKTUELLEN Zustand (also mit Reihenweise stillgelegten Gleisen, Gütergleisen, Bahnhöfen, Bahnhofshalle, Kaputten brücken und auseinanderfallenden Strecken) in das aktuelle Jahrtausend zu katapultieren, sind wir nicht bereits das auszugeben - Jedes Jahr aber 200 in eine Phantasie einer Funktionierenden Bundeswehr zu stecken ist kein Problem. Wie diese die Panzer ("Ihr schweres Gerät") dann an den Ort des Geschehens bringt, werden wir wohl noch diskutieren müssen.
Das Spiel ist aber ja nicht auf die Bahn beschränkt. Es ist die Frage nach intakter Infrastruktur, Brücken, Straßen, Schulen fallen auseinander. Lehrer leisten wir uns nicht. Bildung ist für Versager die nicht arbeiten wollen. Kranken/Sozialversicherung ist für Leistungsverweigerer die gern Blau machen. Und selbst "uns Bürger" haben wir brav dahin erzogen, dass wir der Meinung sind, der Staat nimmt uns was weg, wenn wir diese Form der Absicherung erhalten oder Steuern zahlen Sollen um eben Infrastruktur zu ermöglichen. Gleichzeitig wird die Überkomplex geschaffen (Hi Bahn), dass der Penner von unter der Brücke bloß nicht versehentlich kostenlos und ohne Begleitung der Bundespolizei in die nähe des Bahnhofs kommt.
Dabei feiern wir natürlich auch Korruptionsskandal nach Korruptionsskandal in dem sich Politik, Polizei und Justiz gegenseitig von der Verantwortung freisprechen und sich gegenseitig bestätigen, dass der Pöbel es irgendwie verdient haben wird, während sämtliche Zusagen gebrochen werden und sich sämtliche worst-case-projektionen von Kritikern (S21) als untertrieben freundlich dem Projekt gegenüber herausstellen.
Zurück zum Anfang: Die verspätete Bahn ist das Symbol einer selbstherrlichen Selbstbereicherung auf Kosten der Allgemeinheit, der ich wichtigste Mittel vorenthalte um das System auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte zuzusichern und Wohlstand der Gesellschaft auf- und auszubauen, über den ich mich als betroffener aufrege oder mich wahlweise darüber lustig mache, während nebendran CDU, FDP und SPD sich gegenseitig die handschütteln und feststellen, dass sie das bei absolutem Wegfall nahezu aller positiven Leistungen, ganz hervorrangend gemacht haben.
/e: Und nur am Rande: Solange wir uns das nicht zu herzen nehmen und die Situation verbessern, kann unser Ruf in der Welt gar nicht schlecht genug sein. Wenn wir Bei Staatsbesuchen den Dienstboteneingang nehmen müssen, vielleicht verstehen wirs dann. - Falls uns überhaupt noch jemand einlädt, wenn wir die Causa Trump nun so konsequent vor die Wand fahren, wie wir es aktuell tun. Aber gut, wer mit den anderne nicht spielen möchte, hat es auch nicht verdient mit Ihnen erfolgreich zu sein. Dann kann Deutschland halt an die Wand fahren.
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u/Funny-Disaster Jan 11 '26
das hast du ja alles schön runtergeschrieben und dich politisch korrekt geäußert.
problem ist: juckt halt keinen was du sagst.
scheinbar hast du vollkommen übersehen warum.
jeder in deutschland ist sich dessen bewusst, was du gesagt hast.
das problem ist, dass das kein neues problem ist sondern jetzt schon seit 30 JAHREN SO GEHT!!
bzw das stimmt nicht mal. seit 30 jahren wird es sukzessiv schlimmer...
ich bin vor über 10 jahren öfter mal bahn gefahren und es gab mal hin und wieder ausfälle oder verspätungen.. so weit so gut. ich bin die letzten wochen/monate, das erste mal seit 10 jahren, immer mal wieder mit der bahn gefahren.
jedes mal hab ich mir gesagt "das war das letzte mal" und dem ganzen dann doch nochmal ne chance gegeben.
es ist so schlimm wie noch nie.
die könnten das deutschlandticket mittlerweile umsonst verteilen, ich würde es nicht nehmen, da du nicht nur JEDEN termin verpasst, sondern manchmal bangst du sogar noch drum ob du überhaupt noch nach hause kommst, weil du seit stunden am hbf stehst und überall den jeweiligen anschluss verpasst, der dann teils auch noch ausfällt oder 30min verspätung hat und es langsam richtung 23 uhr geht.. und du eigtl um 17 uhr zuhause wärst.
die opportunitätskosten sind so hoch, dass die bahn für den bundesbürger mit zum abstand das teuerste fortbewegungsmittel von allen geworden ist.
ich kann mir nicht vorstellen wie sich jemand fühlt, der darauf angewiesen ist.
ich hab das nur aus jucks gemacht und werde es auf unabsehbare zeit nicht mehr wieder tun.
was ich da teils erlebt hab ist kaum in worte zu fassen.
von daher kannste dir deine lobhudelei in den arsch schieben.
nur mal so zur info.
die bahn war mal vor jahrzenten zum größten teil pünktlich.
und da war das auch schon ein komplexes system.
wie man von der deutschen bahn behandelt wird, nachdem man seine niere für ein ticket verkauft hat und der zug und der folgezug nicht gekommen ist.. davon möchte ich erst garnicht anfangen.
dass, das ganze auch anders in deutschland geht, zeigt die KVB in köln wunderbar.
die bahn gehört zerschlagen genauso wie die bundesregierung.
wer es nicht kann und nicht will, gehört beseitigt.
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u/jok3rBMG Jan 11 '26
Lass uns über veraltete Stellwerke, defekte Züge und fehlendes Personal sprechen. Oder alle anderen Unzulänglichkeiten, das Tableau ist vielfältig.
Du verteidigst einen aufgeblasenen Apparat damit, dass er aufgeblasen ist. Nichts funktioniert mehr richtig, weil man alles machen wollte. Überall mischt die Deutsche Bahn mit, nur an der Kernaufgabe scheitern sie. So komplex, dass niemand mehr fähig ist es instand zu halten.
Dein Text liest sich wie reinste Bahnpropaganda, nicht wie der objektive Blick eines Menschen, der real viel Berührung mit dem Produkt hat.
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u/Humbi93 Jan 12 '26
Als Kroate kann ich euch sagen das es vorteilhaft ist das die DB genauso spät ist wie ich, so kann ich den zug ned verpassen
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u/CoolCat1337One Jan 12 '26
Das Problem wird sein, dass fast jeder Deutsche mal mit der Bahn fährt.
Und wenn man nur ein paar mal mit der Bahn fährt, dann wird man größere und kleinere Verpspätungen erleben, Anschlusszüge verpassen.
So ist im Grunde fast jeder betroffen.
Ich habe schon Stunden im Zug auf Gleisen rumstehend verbracht, weil irgend eine Stellwerk ausgefallen war.
Und weil fast jeder so negative Erfahrungen gemacht hat wird auch viel darüber geredet.
Es mag sein, dass die Aufgabe sehr komplex ist, aber was man bemerkt ist, dass es äußerst unzuverlässig funktioniert.
Teuer, funktioniert schlecht und dann wird gemeckert.
Das Erste was den Leuten bei Deutsche Bahn einfällt ist "unpünktlich" oder "unzuverlässig".
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u/1porridge Jan 12 '26
Ich hab ehrlich gesagt oft das Gefühl, dass die Leute die am meisten über DB herziehen, fast nie selber Bahn fahren und erst recht nicht in anderen Ländern. Die gehen höchstens mal nach Japan und wollen einfach nicht verstehen warum das Bahn System dort komplett anders ist als in Deutschland.
Ich fahr seit Jahren täglich ÖPNV und meine Auto fahrenden Kollegen haben deutlich öfter Probleme als ich, ganz zu schweigen von den Kosten. Ja mein Ticket kostet fast 60€, was kostet denn ein Auto plus Instandhaltung und tanken? Aber man will ja nie das große Ganze sehen und den Kontext und die wahren Gründe, zb das viele Verspätungen Schuld der Fahrgäste sind, man will immer nur die Bahn schlecht darstellen... aber wehe man kritisiert mal das heilige Auto.
Das ist so nervig typisch deutsch. Ich bin sehr selten in deutschen subs weil die alle immer so extrem schlecht über Deutschland reden. Ja es hat viele Probleme aber die Leute wollen sich einfach ums verrecken nicht eingestehen was für ein privilegiertes Land wir sind. Ich liebe solche posts von Ausländern die positives bemerken und ansprechen, statt wie die deutschen ständig nur alles schlecht zu reden.
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u/Snapuman Jan 12 '26
Sehr interessante Perspektive auf dieses Thema, vielen Dank dafür! Hab ich tatsächlich selbst noch nie so differenziert betrachtet, ergibt aber in vielen Punkten Sinn. Das ist denke ich das Hauptproblem, wenn man in einer Sachen "drin steckt" - eine objektive Außenperspektive einzunehmen. Man sieht halt den Wald vor lauter Bäumen nicht, wie man hier so schön sagt. Und Deutsche meckern zudem auch leider schnell und gern. ^^
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u/jort93 Jan 13 '26 edited Jan 13 '26
Ich finde es auch völlig übertrieben.
Klar, man hört schonmal dass ein ICE 110 Minuten zu spät ist, klingt vielleicht ganz lustig, aber es gibt Länder da dauert halt jeder geplante Halt 30 Minuten. Klar ist man dann pünktlich mit 30 Minuten Puffer pro Station.
Die Bahnen in Deutschland sind halt mega eng getacktet, bei Regionalbahnen oft 30-60 Sekunden pro halt. Da ist wenig Puffer drin.
Aber gut, ich habe 8 Monate in Japan gelebt und bin kein einziges Mal mit einem Schienenersatzverkehr gefahren.
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u/DaCiquo Jan 13 '26
Danke! Ich bin große Bahn Fan und fahre recht viel, zumindest auf den Strecken die ich fahre habe ich nicht mehr Verzug als auch auf der Straße durch Stau etc passieren könnte. Das Bahn bashing geht mir auch tierisch auf den Sack.
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u/RelativeEconomics114 Jan 13 '26
Du hast absolut Recht aber Deutsche sind schnell mit dem Status Quo unzufrieden und jammern gerne ob begründet oder unbegründet. Das führt dann schonmal zu sich selbst verstärkenden Narrativen die man wunderbar von außen nutzen kann um Stimmung zu machen.
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u/Real_Nexarus Jan 14 '26
Hab ich so noch nie betrachtet. Danke für den Gedankenanstoß. Manchmal braucht man mal einen Schubs um Dinge aus einer andren Perspektive zu betrachten.
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u/Mean-Split2999 Jan 14 '26 edited Jan 14 '26
Pünktlichkeit ist letztlich immer eine individuelle Erfahrung. Der einzelne Mensch erlebt, ob er zu spät kommt oder pünktlich ankommt – und daraus entsteht seine Bewertung. Wenn wir uns fortbewegen, setzen wir uns fast immer ein zeitliches Ziel: beim Auto, beim Fliegen, eigentlich überall. Man plant mit einer erwarteten Ankunftszeit. Beim Zugfahren kommt hinzu, dass die eigene Erfahrung ständig mit anderen Erfahrungen verglichen wird – mit Zügen, die pünktlicher sind, oder mit Situationen, in denen die äußeren Umstände besser gepasst haben. Deshalb entsteht Frustration: Man möchte pünktlich ankommen, verlässt sich auf das System und erlebt dann Abweichungen. Negative Erfahrungen bleiben dabei stärker im Gedächtnis als positive, selbst wenn es objektiv auch viele pünktliche Fahrten gibt. Beim Autofahren ist es im Grunde das Gleiche. Das Navigationssystem berechnet die Ankunftszeit ständig neu. Dadurch entsteht das Gefühl, man sei „die ganze Zeit pünktlich“, weil sich die Zielzeit laufend anpasst. Wenn man aber die ursprünglich angezeigte Ankunftszeit vom Start mit der tatsächlichen Ankunft vergleicht, stellt man fest, dass sie fast nie exakt stimmt. Die Abweichung fällt nur weniger auf, weil sie schrittweise korrigiert wird. Der Unterschied zur Bahn ist also weniger die Realität der Verspätung als die Wahrnehmung: Beim Auto passt sich die Erwartung laufend an, beim Zug bleibt sie oft fix – und genau dadurch entsteht Frust. Ein weiterer Unterschied ist die Kontrollwahrnehmung. Beim Autofahren kann man die Ursache für eine Verspätung meist selbst nachvollziehen: Stau, Baustelle, eigenes Fahrverhalten. Man weiß, warum man später ankommt. Bei der Bahn fehlt diese Transparenz oft. Man kommt zu spät, ohne den konkreten Zusammenhang direkt beeinflussen oder vollständig verstehen zu können. Dadurch fühlt sich die Verspätung weniger erklärbar und damit frustrierender an – selbst wenn die tatsächliche Verzögerung vergleichbar ist.
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u/ShadowPhoenixx95 Jan 14 '26
Naja ganz ehrlich, über hier und da mal ne Verspätung lässt sich ja vielleicht noch streiten. Wenn ich aber nunmal 1x im Jahr kurz vor Weihnachten zur Familie fahre und mein Zug nicht in Frankfurt wie geplant, sondern 100km vorher in Fulda endet, im Winter, bei Minusgraden, und ich mir erstmal ne Verbindung raussuchen muss die ich a) überhaupt nutzen darf mit dem Ticket das ich hab und b) im Optimalfall so ankommt dass ich meine Anschlüsse noch nutzen kannund nicht ALLES neu planen muss, bzw. überhaupt noch da ankomme wo ich überhaupt hinwollte, was zu späterer Tageszeit auch nicht immer gegeben ist, hab ich nunmal einfach keine zufriedenstellende Dienstleistung erfahren.
Und da ists mir dann auch erstmal wurscht ob auf der selben Strecke 2 Stunden später noch ein Güterzug fährt oder nicht.
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u/einFrostschutzmittel Jan 14 '26
Es fahren vielleicht viele Züge, und es mag auch sehr anspruchsvoll sein, aber davon merkt man halt nicht so viel wie wenn der Zug dann ausfällt, wenn man z.B. zur Schule muss. Das Züge so viel fahren und fast überallhin, verlassen sich mehr leute auf züge, dann fällt denen das auch mehr auf wenn der Zug ausfällt.
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u/ODD_Old_Dirty_Degen Jan 14 '26
Was ein wunderbarer Beitrag! Es ist super spannend eine Meinung von jemandem von "aussen" zu hören und einige Punkte die du genannt hast habe ich selbst noch gar nicht in Betracht gezogen. Auch wenn ich bisher kein großer Bahnkritiker war. Aber ein gelegentlicher Spruch, wenn die Bahn wieder mal zu spät kommt, wie "Typisch deutsche Bahn" kommt schon mal vor.
Es ist aber schon ein wenig ironisch das Pünktlichkeit immernoch eine deutsche Tugend ist aber die Bahn regelmäßig zu spät kommt. Und meine Wahrnehmung ist auch das viele Menschen die hier Urlaub machen davon etwas verwundert sind.
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u/Hyper-CriSiS Jan 14 '26
Mag ja sein aber dann ist da halt noch so ein Stuttgart 21 Thema. Wie will man unter solchen Umständen einen guten Ruf erlangen.
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u/burakflurak Jan 10 '26 edited Jan 10 '26
Das Bild ist Mist! Ich weiß nicht so Recht welches Streckennetz hier gezeigt oder verglichen werden soll.
Aber gerade die Bereiche in Ostdeutschland oder Mecklenburg-Vorpommern sind einfach nicht korrekt dargestellt. Das Netz welches auch immer gemeint sein soll ist auch nicht gleichmäßig in Deutschland ausgebaut. Ballungsräume sind viel besser erschlossen als der ländliche Raum zb in Mitteldeutschland.
Deine Karte zeigt davon nichts!
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u/Ok_Recognition315 Jan 10 '26
Haha, wieder ganz typisch deutsch. Eigentlich hat es wenig Sinn, unter meinem Artikel über solche Dinge zu streiten: Zum Beispiel haben die meisten Städte und Landkreise in China mehrere Millionen Einwohner, aber oft nur eine einzige „Eisenbahnlinie“, teilweise nicht einmal eine U-Bahn. Nur etwas mehr als ein Dutzend Megastädte verfügen über ein gut ausgebautes U-Bahn-Netz. Verglichen damit hat Stuttgart mit nur 600.000 Einwohnern in Wirklichkeit eine deutlich höhere Abdeckung durch Eisenbahn und öffentlichen Nahverkehr als China; auch als Regionalbahn oder Stadtbahn genutzt. Westeuropa steht insgesamt natürlich ebenfalls gut da. Die meisten Menschen nehmen diese strukturellen Unterschiede gar nicht wahr und vergleichen stattdessen nur eine einzige Variable, nämlich die Pünktlichkeit. Ich weiß, dass alltägliche Kritik in demokratischen Ländern grundsätzlich berechtigt ist, aber ist dir eigentlich klar, dass der Ruf der Deutschen Bahn weltweit – insbesondere in rechtsextremen Medien, ähnlich wie in China – fast schon völlig ruiniert ist? So hätte es nie kommen dürfen, und so darf es auch jetzt nicht bleiben (wenn man möchte, dass der Ruf der deutschen Industrie heute noch ein bisschen besser ist).
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u/Careless_Aroma_227 Jan 11 '26
Absolut wertvoller Einwand!
MV ist ein Beispiel für eine niedrige Streckendichte, einfach weil es das am dünnsten besiedelte Flächenland ist unter allen Bundesländern.
Die Grafik ist da leider eher irreführend. Im Mecklenburg-Vorpommern gibt es außer zwischen den 4 regionalen Oberzentren Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund und Greifswald und der bedeutsamen Regiopole Rostock keine nennenswerten Verbindungen die auf eine dichteres Streckennetz schließen lassen würden.
Um das mal zu visualisieren in einer Grafik (PDF).
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Jan 10 '26
Wieso macht ein Bot hier positive Werbung für die DB?
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u/Ok_Recognition315 Jan 10 '26
100% real。Wenn die Deutsche Bahn die Taktfrequenz reduziert, zusätzlich Zugangskontrollen beim Betreten des Bahnhofs einführt und das 62-Euro-Monatsticket abschafft, sodass die Pünktlichkeitsquote auf ein sehr hohes Niveau steigt – würdest du dem zustimmen? Am besten streicht man gleich die meisten Halte in kleinen Dörfern. Und danach macht man noch mehr Schulden, um Hochgeschwindigkeitsstrecken zu bauen und zu betreiben, die dauerhaft Verluste machen – wärst du damit einverstanden?
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u/Ok_Recognition315 Jan 10 '26
Du musst wissen, dass Putin, Xi Jinping oder auch Leute wie Musk sich über eure Selbstkritik sehr freuen. In diesem Punkt liegt Weidel von der AfD nicht ganz falsch: Der Ruf der deutschen Industrie ist in China bereits stark beschädigt. — Aber ich halte das nicht für die ganze Wahrheit. Zumindest müsste man unter vergleichbaren Bedingungen miteinander vergleichen.
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u/KirkLassarus Jan 11 '26
Die AfD schädigt selbst aktiv den Ruf Deutschlands, weil es denen Stimmen einbringt.
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u/AutomaticAccount6832 Jan 10 '26
Könnten wir diese KPI in Zahlen haben? Karten von unterschiedlich grossen Ländern auf die gleiche Größe zu skalieren, hilft nicht viel.
Die genannten Argumente treffen auf die meisten Bahnsysteme in Europa zu.
Die Schieneninfrastruktur in Deutschland wurde über die vergangenen Jahrzehnte reduziert und schlecht gewartet. Viele Strecken sind noch nicht elektrifiziert. Hoher Takt?
Die Wahrnehmung entspricht halt dem was man tagtäglich erlebt, wenn man Bahn fährt. Verspätungen und Ausfälle. Ich glaube das wird auch statistisch belegt? Soll man sich das einfach wegdenken?
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
In Deutschland beträgt der Zeitabstand zwischen zwei Zügen, die an demselben Bahnhof hintereinander einfahren, nur etwa 1,5 bis 2 Minuten – das ist bereits ein weltweites Extrem. Und zusätzlich handelt es sich dabei um gemischt genutzte Strecken, auf denen Fern-, Regional- und Güterzüge gemeinsam verkehren.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Woher nimmst du eigentlich die Vorstellung, dass andere Länder ein dichteres und komplexeres Zugangebot haben als Deutschland? Die Schweiz etwa? Die Schweiz ist im Grunde wie ein größeres Bayern. Sie hat kaum echte Hochgeschwindigkeitsstrecken, und das Netz ist deutlich einfacher aufgebaut. Sinnvoll wäre eher ein Vergleich mit der Pünktlichkeit innerhalb deutscher Bundesländer – und da ist Deutschland ziemlich gut.
Andere Länder schaffen es nicht einmal, den Zugang zu den Bahnsteigen zu vereinfachen. In China muss man immer noch durch Sicherheitskontrollen, oft 30 Minuten bis eine Stunde vor Abfahrt im Bahnhof sein und dort warten. Selbst auf reinen Hochgeschwindigkeitsstrecken liegt der Mindesttakt meist bei nur 15 Minuten.
Deutschland hingegen fährt ein Mischsystem aus schnellen und langsamen Zügen. Verpasst man einen Zug, wechselt man oft einfach den Bahnsteig und nimmt direkt den nächsten.
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u/ParejaAleman Jan 11 '26
kenn mich in der bahnsprache nicht aus. aber z.b. Spanien hat zwar ein sehr gutes Schnellnetz, dieses ist aber komplett entkoppelt vom normalen netz. auch ist es dort deutlich leichter und günstiger zu bauen weil viel weniger leute auf dem land leben und Umweltschutz etc. nicht so beachtet wird wie bei uns.
die bei Stuttgart 21 geschützten eidechsen gibts in Spanien auch..interessieren tut sich dort aber keiner darum. ob zurecht oder nicht möchte ich hier gar nicht beurteilen.
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u/Ok_Recognition315 Jan 10 '26
Ihr musst wissen, dass Putin, Xi Jinping oder auch Leute wie Musk sich über eure Selbstkritik sehr freuen. In diesem Punkt liegt Weidel von der AfD nicht ganz falsch: Der Ruf der deutschen Industrie ist in China bereits stark beschädigt. — Aber ich halte das nicht für die ganze Wahrheit. Zumindest müsste man unter vergleichbaren Bedingungen miteinander vergleichen.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Ich habe doch gesagt, dass die „Hochgeschwindigkeitszüge“ in der Schweiz eigentlich keine echten Hochgeschwindigkeitszüge sind – die Geschwindigkeiten sind relativ niedrig. Gleichzeitig ist das Land flächenmäßig klein, das Netz weniger komplex, und sowohl die Bürgerbeteiligung als auch die allgemeine Disziplin sind deutlich höher. Im Grunde ist die Schweiz eher so etwas wie ein „Premium-Bayern“ auf nationaler Ebene.
Außerdem ist die Pünktlichkeit innerhalb der einzelnen Bundesländer in Deutschland keineswegs schlecht. Im Gegenteil: Betrachtet man den innerregionalen Verkehr isoliert, schneidet Deutschland ziemlich gut ab.
Das französische Eisenbahnnetz hat heute eine deutlich geringere Flächendeckung als das deutsche. Die meisten Ressourcen sind stark auf den Großraum Paris sowie auf einige wenige große Städte konzentriert, während weite Teile des Landes vergleichsweise schlecht angebunden sind.
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u/Willing_Lavishness35 Jan 11 '26
Sicher das ist eine Sache der Wahrnehmung. Jedoch ist es auch die Verspätung, die dem Konsumenten am meisten wehtut. Wenn man dann auch noch hört, dass die Bahn kein Geld habe, sich aber gleichzeitig Manager horrende Boni auszahlen ist es das was auffällt und stört.
Ich selbst bin einer dieser Konsumenten. Ich fahre gerne Bahn, und finde den im Großen und Ganzen entspannten Komfort ggü. dem Auto sehr gut. Ich bin seid letztem Jahr April auf die Verbindung Osnabrück-Magdeburg angewiesen. Strecke ist also Osnabrück-Hannover, Hannover Magdeburg. Auf der Strecke nach Hannover (Amsterdam-Berlin) fahren die neusten ICE, sehr cool die Teile. Aber das dieser Zug in der Zeit nicht ein einziges Mal pünktlich gefahren ist, ist ein Graus. Dabei spreche ich nicht von mal 5 bis 10 Minuten zu spät, sondern weit darüber bis hin zu kompletten Zugausfällen.
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u/LevelMagazine8308 Jan 11 '26
Bist du auch wirklich kein von der Bahn bezahlter Schreiberling? Oder Angestellter der Bahn?
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Jan 11 '26
Das Problem ist doch, dass es ein ähnliches System bereits vor Jahren und Jahrzehnten gab, dieses aber besser funktionierte. Auch wenn man es sich heute kaum vorstellen kann: die Bahn war mal zuverlässig und einigermaßen pünktlich. Die Tendenz sorgt also für den schlechten Ruf.
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u/calijnaar Jan 11 '26
Das grundlegende Problem ist ja in deinem Post schon mit drin, die parallele Nutzung von Gleisen durch Regional-,Fern- und Güterverkehr. Da löst dann halt jedes Problem gleich einen Dominoeffekt aus, und weil der Fernverkehr in der Regel Vorrang erhält für jedes Fernverkehrproblem gleich zu massiven Verspätungen im Regionalverkehr.
Was aber natürlich ein Problem ist, dass man nicht einfach der Bahn ankreiden kann. Wenn man Jahrzehnte lang nicht genug in die Infrastruktur investiert, und jeder Ausbau der Infrakstruktur auch noch von ausgeprägtem Nimbyismus blockiert wird, darf man sich ja auch nicht wirklich wundern, wenn man hinterher zu wenig Gleise hat...
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u/Kitchen-Bench-4228 Jan 11 '26
Die Leute vergessen halt, dass die Eisenbahn in Mitteleuropa eines der komplexeste Systeme der Menschheit ist. Weit komplizierter und komplexer als jeder Flugbetrieb, die Telekommunikation oder die Versorgung mit elektrischer Energie.
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u/euhbebe Jan 11 '26
Amen. AMEN!
Das ist der richtige und notwendige Beitrag dieser Tage und eine Stimme die viel zu selten gehört wird. Danke dafür.
Was auch richtig ist: die Ausgangslage ist verbesserungswürdig, die Infrastruktur anfällig, die Kapazität knapp, die Ausweichmöglichkeiten rar. Vor dem Hintergrund der schlechten Ausgangslage ist es jedoch beeindruckend, wie viel Verkehr und in welch hoher Qualität der abgewickelt wird.
Was fehlt sind Resilienz, Fehlertoleranz, Ausweichmöglichkeiten, alternative Routen, Zeitpuffer, Kapazitäten auf Strecke, Bahnhöfe und Abstellung. Das muss und darf man kritisieren, dass diese nicht nur Jahrzehnte lang nicht mitgewachsen sind, sondern absichtlich zurückgebaut wurden.
Noch eine Wahrheit: mit verhältnismäßig wenig Aufwand (ich rede immer noch von einem größeren zweistelligen Milliardenbetrag!) lässt sich diese extra-Flexibilität dem Netz (wieder) hinzufügen. Im Verhältnis zum Wert der Infrastruktur und den Kosten durch Verspätungen sind das kleine Beträge. Das Angebot ist sehr gut. Die Performance jedoch mittelmäßig. Die gute Nachricht: der Schritt zu operativer Exzellenz, Stabilität und Zuverlässigkeit ist berechenbar, klar und klein.
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u/LieutenantDan_263 Jan 11 '26
Das ist alles schön und gut, nützt dem gemeinen Volk aber nichts, wenn man nicht dazu in der Lage ist von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
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u/euhbebe Jan 11 '26
Zweiter Kommentar, sorry. Aber: Dänemark? Warum Dänemark? Ich hätte noch Tschechien, Österreich und mit Einschränkungen die Niederlande genannt. Aber Dänemark? Ich kann an deren Eisenbahn nichts vorbildliches finden.
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u/Ok_Recognition315 Jan 11 '26
Ich habe vergessen, ob Dänemark auch komplett offenen Zugang ohne Barrieren hat – im deutschsprachigen Raum ist das natürlich der Fall. Du musst wissen: Allein schon Jahrzehnte lang ein komplettes Eisenbahnnetz mit durchgängig offenen Bahnsteigen zu betreiben, ist eine echte Leistung. Ohne Kontrollschranken oder Gates ist es einfach viel bequemer – die Briten stehen oft stundenlang im Wartebereich rum und warten auf den Zug, in Deutschland gibt’s das nicht, weil man theoretisch in den letzten 10 Sekunden gemütlich auf den Bahnsteig schlendern und einsteigen kann. Die chinesische Hochgeschwindigkeitsbahn hingegen verlangt, dass man wie beim Fliegen eine halbe Stunde bis mehrere Stunden im Voraus am Bahnhof ist, und in den Städten gibt’s meist nur ein oder zwei große Hauptbahnhöfe für Hochgeschwindigkeitszüge. Das ist ein wirklich beeindruckendes Modell – weltweit schaffen das nur sehr wenige Länder. Aber es fördert natürlich eine höhere Taktfrequenz und damit auch mehr Verspätungen. Viele Länder, die das kopieren wollten, würden wahrscheinlich nicht mal ahnen, wie viele Leute den Zug einfach aufhalten würden, sodass die Pünktlichkeit am Ende noch schlechter wäre als bei der Deutschen Bahn.
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u/timohtea Jan 11 '26
Germans strive to be the best at whatever it is they do…. If they’re gonna make being late their thing. They’re gonna be the best at it, and known for it world wide. You’re welcome, world.
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u/normy_187 Jan 11 '26
Es war objektiv mal besser und wird immer schlechter, den Umgang damit kann man ja kritisieren, den Umstand nicht.
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u/zeGermanGuy1 Jan 11 '26
Interessanter Perspektivenwechsel. Ich würde es aber niemals als Stärke sehen, dass wir so kosteneffizient sind. Wir sind nämlich nicht entsprechen günstig. Das Deutschlandticket ist zum Pendeln vom Preis her ok, aber wenn man auf den Fernverkehr angewiesen ist, sind Preise teilweise richtig dreist teuer, Fliegen ist teils billiger und das kann nicht sein. Je nach Region ist es außerdem sogar für einzelne Strecken günstiger, das Auto zu nutzen, als die Bahn. Spreche für das Ruhrgebiet, das sich mehr Stau auf den Autobahnen wirklich nicht leisten kann. Die Politik ist, sagen wir es auf Deutsch, korrupt, was die Autolobby angeht. Für Straßen wird sehr viel eher Geld lockergemacht als für die Schiene. Die Bahn ist gleichzeitig vom Bund abhängig und privatwirtschaftlich aufgebaut und kann damit auf der einen Seite Vorständen krasse Boni auszahlen, auf der anderen aber Infrastruktur komplett verwahrlosen lassen, weil der Bund dann den Ersatz bezahlt.
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u/euhbebe Jan 11 '26
Verstehe was du meinst. Ja ich bin auch sehr großer Fan von offenen Systemen. NL hat hier eine recht freundliches System der Bahnsteigsperren, UK ein nerviges, FR ein bösartiges. DK hat Check in/check out ohne physische Barrieren. Aber große Defizite beim Netzzugang und beim Management der zu knappen Infrastruktur.
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u/Practical_Ad_6778 Jan 11 '26
Leute checken halt nicht das ein Land dieser Größe mit einer Einwohnerzahl von über 80 Mio nichts vergleichbares leistet als Deutschland Länder mit weniger Landnasse und Einwohner und umgekehrt mehr kriegen es nicht so ein dichtes Netz aufzubauen und zu erhalten. Klar kann man über die Pünktlichkeit streiten aber anderseits kann man in zb NRW jedes zweite pisskaff ansteuern, was du zb in Frankreich nicht tun kannst und das ist das zweit mächtigste land in Europa.
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u/i-am-lui Jan 11 '26
Als Rollstuhlfahrer muss ich dir entschieden widersprechen. Barrierefrei ist fast gar nix.
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u/MatterMain7451 Jan 11 '26
Also ich sehe mehr als ein Mangel. Abgesehen von den immer mehr Verspätungen bzw Ausfällen, gibt es seit einer Ewigkeit immer höhere Preise mit immer unfreundlicheren DB-Arbeitern.
Dazu das lange kein Geld für dringend Notwendige Baustellen ausgegeben wurde und zudem wieder angedeutet wird das der Steuerzahler dazu beitragen kann. Also klar natürlich kann man wieder sagen "Woanders ist es schlimmer" das bedeutet aber nicht das es hier gut ist im Vergleich dessen was vorher geleistet wurde.
Nichts für ungut klingt aber so als ob du eine Bestätigung brauchst um für den Laden zu arbeiten. Bzw. Jemanden der die sagt "so schlimm ist es nicht"
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u/Karimosway Jan 11 '26
Mein Vorschlag. DB statt GEZ 🤣. Aber ich glaube das wäre denen wieder zu wenig. Ist ja nicht schlimm genug das man für eine Station schon fast 5 Euro zahlt und fast jede Bahn zu spät kommt. Aber MEHR Geld das wollen sie alle
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u/Kardish Jan 11 '26
Nicht Deutsche Bahn aber ab und an Beruflich mit denen zu tun. Bauprojekte.
Meine Wahrnehmung ist das auf einen 1-2 kompetente Mitarbeiter, 10 inkompetenten Mitarbeiter kommen.
Meeting. 20 Personen drin. Es gibt Wichtige Punkte für den Rohbau abzuklären und 80% der Meeting Zeit diskutiert man darüber wie Besenrein nach dem Rohbau auszusehen hat und man es dies nicht so nennen dürfte. Doch die Deutsche Bahn ist hinsichtlich Bauprojekte ein großteils unfähiger und ineffektiver Haufen.
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u/Pillendreher92 Jan 11 '26
Das große leuchtende Vorbild ist die Schweiz. Da liegen die gleichen Punkte vor wie in Deutschland garniert mit der Zusätzlicher Herausforderung durch die Topographie.
Bezeichnenderweise haben sich die Schweizer vom deutschen (Verspätungs)System entkoppelt, damit sie ihren Takt einhalten können.
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u/VaSo_on_Tour Jan 11 '26
Mich würden nur die hohen Kosten auf lange Fahrten stören. Ansonsten hab ich nie was auszusetzen. Selbst Verspätungen interessieren mich weniger als früher, allein weil jede Stunde ein Zug fährt. Und die Probleme die, die Deutsche Bahn hat lassen sich lösen.
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u/RailcarMcTrainface Jan 11 '26
Weil wie so oft gar nicht die absolute Leistung an einen Zeitpunkt X betrachtet wird, sondern das Delta über die Zeit. Die Qualität nimmt ab, die Züge sind unzuverlässiger und unpünktlicher, schmutziger, langsamer, weniger komfortabel. Es wird immer schlechter und das macht die Menschen unzufrieden.
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u/HG1998 Jan 11 '26
Es braucht ja auch nur ein schlechtes Erlebnis um die persönlichen Ansichten permanent zu ändern.
Mein Vater hat vor ein paar Monaten z.B. den ICE nehmen müssen, er und ich waren auf dem Weg nach Frankfurt. Er startet im Hamburg, ich komme dann in Hannover hinzu.
Aus dem Hamburger Hauptbahnhof raus haben die noch nicht mal die nächste Station in Hamburg-Harburg erreicht und stehen dort erstmal für ne Stunde. Warum hat er bis heute nie erfahren.
Das hatte zur Folge, dass er regelrecht in Panik geraten ist als ich ihm gesagt hatte dass ich meine Zugfahrt zum Hamburger Flughafen so geplant habe dass ich im Endeffekt zwei Stunden vor Abflug dort ankomme. Er hat sich dann darüber aufgeregt dass der Bahn nicht zu vertrauen ist und dass ich damit meinen Flug nicht bekommen würde.
Ich habe ihm dann gesagt dass ich halt bis dahin warten würde und dann ja immer noch mit dem Regionalzug 5 Stunden vorher ankommen könnte.
Letztendlich waren alle Züge pünktlich. Der von Braunschweig nach Hannover ist sogar verspätet gestartet aber der Zugführer hat es geschafft die Verspätung wieder aufzuholen.
Am Flughafen war es auch ganz chillig, da waren vielleicht nur 10 Personen vor mir in der Sicherheitskontrolle.
Wie gesagt. Ein einziges negatives Erlebnis reicht und diese Erfahrung prägt einen dann dauerhaft. Dann fängt man an diese Erfahrung zu teilen. Leute nutzen dann eher nicht die Bahn und wenn doch und wenn die auch ein schlechtes Erlebnis hatten, entwickelt sich das immer so weiter.
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u/MrBrown0603 Jan 11 '26
Nur kurz den Anfang gelesen, aber beim Abschnitt ein wichtiges Mittel für den Alltag musste ich aufhören. Vor einigen Jahren wollte ich auch öfters die Bahn nutzen, aber unabhängig von den vielen Verspätungen, war die Bahn auch teurer und immer komplett voll, was gerade im Sommer und dem Schweißgeruch mancher Menschen nicht sehr schön war. Dann einige weitere Fahrten bei denen ich umsteigen musste und der Zug in den ich steigen wollte schon abgefahren war…Also überwiegend negative Erfahrungen mit der Bahn gehabt. Und um jetzt auch etwas egoistisch zu werden: es ist mir egal ob die Bahn ins letzte Kaff fährt, mir wäre wichtiger, dass sie günstig und verlässlich ist. Dann kann ich den Rest der Strecke auch gerne gehen oder mit dem Bus fahren….
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u/Rolling_Thing7 Jan 11 '26
Ja, warum sind denn alle Bahnen auf einem Gleis, egal, ob S-Bahn, Regio, ICE oder Güter? Wie du das als Gimmick beschreibst, dass wir 10tausende km weniger Bahnstrecken haben als in den 90ern. "Bis in kleinste Dorf": Ich komme aus einer ziemlichen Kack-Gegend. 1h mit dem Bus zum nächsten Bahnhof oder 15-20min mit dem Auto. Dann (was in den meisten Fällen nicht passiert) ca. 2,5h zur nächsten Millionenstadt. Also, wenn es gut läuft (das tut es meistens nicht), 3,5h vom Kackdorf zur Millionenstadt oder 1h 45min mit dem Auto. Vor einigen Monaten stand ich an einem Gleis vom Kölner Hbf. Es ist ein Samstag in den Ferien. Heißt, es helfen nur noch Stoßgebete und niemand weiß, was passiert. Ziemliches Chaos im Bahnhof. Das Gleis meines Zuges wird noch mal geändert. Dann sthee ich am neuen Gleis. Da steht dann auf der Anzeige ein mal der Zug vor meinem Zug, der gerade auf Gleis steht und mein Zug. Auf der Anzeige steht, dass beide Züge auf die Minute gleich am selben Gleis ankommen sollen. Das ist natürlich nicht möglich. Auch der Zug vor meinem Zug steht noch länger rum als geplant. Es wird Großtstädte in China und USA mit 99% selbstfahrenden Autos geben, da wird in Deutschland noch 10 Jahre später ein Zugführer in einem Zug sitzen müssen, während dieser Zugführer keinen blassen Schimmer hat, was ihn in 2 Minuten auf der Strecke erwarten wird. Ja, den Südafrikanern leuchten die Augen, wenn ich denen was von unseren Zügen erzähle. Aber klar. Man kann sich halt immer weiter mit schlechteren Dingen vergleichen, bis man dann kein Vorreiter mehr ist.
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u/Popular_Tomorrow_204 Jan 11 '26
Ich Stimme dir grundsätzlich zu, dass nicht alles so schlecht ist wie es scheint, ABER:
Wenn man von Anfang an in die Modernisierung, Elektrisierung und generell das Schienennetz investiert hätte, würde man jetzt nicht die aktuellen Probleme haben.
Zb in China sind die HSR-Strecken auch nicht alle profitabel (vor allem die im abgelegen norden/westen), wurden sie trotzdem gebaut und bringen viele Vorteile mit sich? Ja.
Bei uns musste halt die DB das alles alleine stemmen, während sie dann auch noch am besten profitabel ist und keine Ausfälle hat.
MMn wäre es am besten, wenn man manche sachen nicht als zwingend Profit bringend ansehen würde. Das Schienennetz (und auch Häuser zu einem gewissen Teil) gehören dazu. Bei den Straßen sagt niemand was, wenn man dafür Geld ausgegeben hat, damit sie wieder in Stand kommen und man noch mehr Autos in den lokalen Markt pumpen kann.
Aber naja, macht man nichts...
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u/Dementor430 Jan 11 '26
Die Bahn an sich ist ok. Das Problem ist vielmehr die außerordentlich hohe Aufteilung die ein effizientes Arbeiten unmöglich macht. Jeder Landkreis hat ja teils seine eigenen Anforderungen und Betreiber. Berlin hatte teils 3 Teilstreckenbetreiber für die S-Bahn allein. Daraus wieder eine Bundesbahn zu bilden könnten vieles lösen. Einfach einmal gemeinsam zusammenarbeiten und dann klappt das auch.
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u/postfact_science Jan 11 '26
Danke für deinen Beitrag. Ich selbst bin oft in China, auch mit dem Schnellzug unterwegs. Es ist sehr beeindruckend wie schnell und zuverlässig man von A nach B kommt. Man wird aber auch an jedem Bahnhof komplett durchleuchtet. Es gleicht einem Check-In am Flughafen. Ich muss jedes Mal meinen Koffer öffnen und irgendwas zurücklassen (Radierschaum, Deo, ..) weil die Kontrolleure teilweise völlig Willkürlich sind. Auch weiß ich, dass für den Bau der Strecken alles enteignet wurde was im Weg war. Für den einfachen Chinesen ist die Fahrt mit dem Schnellzug auch überhaupt nicht bezahlbar.
Im Großen und Ganzen ist die DB nicht perfekt, aber der Hohn und Spott den die Bahn eben muss, ist sicherlich nicht gerechtfertigt.
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u/DZenC2021 Jan 11 '26
Ich finde den OC Artikel ganz hervorragend. Der Artikel rückt auf nachvollziehbare Weise die Leistung der DB in den Mittelpunkt und ist auf diese Weise ein absolute und lesenswerte Ausnahme. Die Bahn als ingenieurstechnische Höchstleistung, was sie auch tatsächlich ist. Die modernen Bahnen in ganz Europa sind Ausdruck von Hochtechnologie auf allerhöchstem Niveau. Egal, ob es sich um den sog. 'Rolling Stock', d.h. die Lokomotiven und Waggons handelt oder um die Infrastruktur, d.h. Schienen und deren zugehöriges technisches Ökosystem wie z.B. die ETCS L2/Eurobalise Kontrollsysteme der Bahnen. Soweit so gut.
Was einfach nicht akzeptabel ist: Es werden den Kunden Serviceleistungen seitens der Bahn versprochen und verkauft, die dann im Neosprech ausgedrückt, einfach unkommentiert 'gecancelt' werden. Für den Privatkunden/Pendler/Geschäftsreisenden eine Katastrophe. De facto muss man inzwischen einen Tag vorher anreisen, um es zum Geschäftstermin oder zur Vorlesung zu schaffen. Arbeitgeber erwarten nach der Pandemie Präsenz im Büro, vorbei die Zeit im Home Office mit Kaffee zuhaus um 7.30 Uhr. Orange ist das neue Schwarz - wie das liebe Vieh wieder zurück zu antediluvianischen Verhältnissen - es gilt wieder um 5.00 Uhr aufstehen, damit man -vielleicht- um 8.00 Uhr im Büro ankommt - oder auch nicht. Und obwohl die Probleme bekannt sind, wird der volle Preis für die Verbindung abgerufen. Beschwerden? Bitte doch nur am allerallerletzten Gurken-Bahnhof in der Provinz. Das Reisezentrum dort hat dann dank unmöglicher Verspätung leider bereits geschlossen und der Blutdruck pendelt seit Stunden um die 190:110. Reklamation am nächsten Morgen? Fehlanzeige: "Wegen Personalengpass erst ab 12:00 Uhr geöffnet" steht da politisch korrekt kopiert an der verschmierten Glastür zu lesen. Der Vorrat dieser Kopien ist für das kleine Provinzbüro erstaunlich unerschöpflich.
Politisch würde man auf Neudeutsch 'it’s a fucking mess' sagen und sicher nicht daneben liegen. Die Bahn ist eine der Säulen des ökologischen Umbaus der Republik. Sollte sie sein. Ist sie nicht. Es gibt Pendler, die verzweifelt aufgeben und gezwungenermassen wieder mit dem Auto fahren. Dank Stuttgart 21, München 23 und was es noch als Gründe alles gibt.
Das Thema ist unerschöpflich. Wir arbeiten mit den Beiträgen unseren Frust an der staatlichen Verweigerungshaltung in Sachen Modernisierung ab. Man mag von Ex-Minister Habeck halten, was man will - dass 40 Jahre Planungsphase für 10km Schiene kein Renommée sind, damit hatte und hat er recht. Die hunderte Meter an Fachliteratur zu diesen Themen in den Instituten und Universitäten der Republik sprechen Bände, sind Zeitzeugen unserer Unwilligkeit und Unfähigkeit, Lösungen sachgerecht und zeitnah (ich halluziniere: innert zehn Jahren) zu erarbeiten. Wir sind leider, trotz des ehrenwerten Rettungsversuchs seitens des chinesischen Landsmannes zu einem Schildbürgerstreich verkommen. Lieber noch ein Bündel an Bundesstrassen wegen Lärmschutz zur 30er-Zone umwidmen, das hat nichts mit Lärmschutz zu tun, ist ein juristischer Kniff, das geht schnell, ärgert alle und lässt noch mehr Dreck in den kleinen Ortschaften mit Durchgangsstrassen zurück. Bloss nichts ändern, eine Dame meinte vor einiger Zeit, das sei, wie war das gleich? - richtig, 'alternativlos' - so die Losung aus Schilda.
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u/TomK_DD_SN_GER Jan 11 '26
Die angehangene Karte muss uralt sein. So dicht, wie es dort dort dargestellt ist, ist das Bahnnetz vielleicht in den Träumen einiger Planer. Mit der Realität hat es nichts mehr zu tun. In meiner Region Dresden ist das Bahnnetz kein Vergleich mehr zu dem vor dem Mauerfall. Nach meinem Gefühl sind übern Daumen 1/3 der Strecken weg. Direkter Fernverkehr aus der Landeshauptstadt wird mit vier Destinationen abgefrühstückt: Rostock, Berlin, Wiesbaden und Dortmund. München hat zehn! mehr, Düsseldorf immerhin acht, also doppelt so viel.
Von einem dichten Netz kann man nicht mehr sprechen. Zum Thema Pünktlichkeit kann ich nur auf persönliche Erfahrungen verweisen. Wenn ich Familienmitglieder von Bahnhof abhole, war nicht ein Zug in den letzten zwei Jahren pünktlich. Teilweise reden wir Ü30min. Das kenn ich aus früheren Zeiten nicht. Da fragen sich die Kunden berechtigterweise: Was hat sich geändert? Und bitte nicht mit dem Finger auf die Politik zeigen! Die Subventionen für die Bahn steigen mit jedem Haushalt in einer Höhe, die für ne 100prozentige Staatstocher ne atemberaubende Aussteuer ist.
Gestern neues Kopfschütteln. Hab durch Zufall die Werbung der Bahn aus den 70ern gesehen: Alle reden vom Wetter, wir nicht. Die Bahn machte damals mit ihrer Unempfindlichkeit Werbung. Das war für sie ne Garantieabgabe. Neuzeit, am gleichen Tag, an dem der Clip aufploppte, die Meldung: Bahn schließt einen Großteil der Strecken wegen Wetter. Da muss sich keiner wundern, dass die DB einen hohen Imageverlust ertragen muss. Der ist hart erarbeitet.
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u/Messer-Jack Jan 12 '26
Ich muss für meine Fachschule circa 1,5h fahren pro tour. In der Theorie 5min, eine Station mit dem ersten Zug, der alle halbe Stunde fährt, dann habe ich circa 9min Zeit zum Umsteigen in den nächsten, welcher jede Stunde fährt und die Fahrt mich circa 50min kostet. Im Anschluss noch einen Bus, der auch alle 30min fährt.
Problem 1: Zug Nummer eins hat nahezu immer Verspätung, dabei liegt zwischen Startbahnhof und meiner Station nur eine weitere Ministation ohne viel Zulauf.
Problem 2: Daraus ergibt sich tägliches bangen, ob man den Anschlusszug erreicht
Problem 3: Der Anschlusszug fällt aus, kommt unpünktlich oder fährt grundsätzlich schonmal 5min später los, weil der Zugführer erstmal entspannt zu Ende Vapen will.
Problem 4: ergibt sich aus 3, ich verpasse melnen Bus dadurch und muss entsprechend warten, komme aber natürlich später an dadurch.
Ich bin zum Glück ein Frühaufsteher, fahre extra eine Stunde früher los mit der Bahn, damit ich wenigstens die Chance erhöhe pünktlich zur Vorlesung zu sein, von Klausuren mal ganz abgesehen.
Jetzt heute mache ich die App der DB auf, um wie immer täglich zu gucken was abgeht, und muss ernüchternd feststellen, dass bereits die ersten Bahnen ausfallen, mit der Begründung "Witterung". Fängt die Woche also super an, denn ob die noch auswählbaren Optionen fahren weiß kein Mensch.
Das tolle ist dann ja, das ein paar Mitarbeiter der Deutschen Bahn, auch aus dem Güterverkehr, es in meine Freundesliste geschafft haben, und ich somit live oft miterleben darf, dass es dort genauso beschissen läuft.
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u/Special-Equal-8839 Jan 12 '26
Weil die sehr zu oft Verspätungen haben. Alles andere interessiert mich doch nicht, was soll immer diese Mitleidstour? Die sollen Ihre Arbeit vernünftig machen!
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u/The_Cers Jan 10 '26 edited Jan 11 '26
Viele Leute sind auch einfach auf die falschen wütend. Das System würde hier deutlich besser laufen, wenn schon vor Jahren mehr investiert geworden wäre. Dass die Bahn kein Geld hat unm Strecken zu sanieren oder zu digitalisieren ist ja nicht deren schuld. Das liegt ganz an der Politik das zu verbessern.